Kirschen Clafoutis – TCM Rezepte aus dem Obstgarten

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Nachhilfe der besonderen Art pünktlich zum Ferienbeginn: Luxemburgisch für AnfängerInnen! Was genau ist eine Spéitztärtchen? Die genaue Übersetzung lautet kleine Spuck-Tarte, wobei das weder lupenreines Deutsch noch korrektes Österreichisch ist und es würde mich jetzt gerade sehr interessieren, welche Bilder durch deinen Kopf geistern beim Gedanken an Spuck-Tarte…

In meiner Familie ist es die Bezeichnung für eine Kiischtentaart (Tarte mit Kirschen)bei der die Kerne nicht aus den Kirschen entfernt wurden. Kam die Tarte auf den Tisch ertönte die Frage: „Ass et eng Spéitztärtchen?“ Also ob da ja noch Kerne drin sind, denn wann darf man schon, ohne etwas zu riskieren, aus vollem Mund auf den Teller spucken? Das Spiel endete darin, dass abgezählt wurde, wer die meisten Kirschen in seinem Stück hatte und somit SiegerIn war. Daneben interessierte noch die Erwachsenen, aus welchem Teig die Tarte gemacht war. Offensichtlich gingen dabei die Geschmäcker weit auseinander, von Hefeteig über Mürbteig Varianten bis Blätterteig, je nach Region und Herkunft gilt Unterschiedliches als DER RICHTIGE TEIG für eine Tarte und meine Eltern konnten sich da schon mal in eine richtige Diskussion hineinsteigern.

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Jeder der schon mal selbst eine Tarte gebacken hat weiß, dass einige liebevolle Schritte nötig sind um zum Erfolg zu gelangen: einkaufen, den Teig bei Zeiten kneten, rasten lassen, ausrollen, belegen und backen. Versteht sich, dass man nach getaner Tarte bei Tisch nicht gerne mit Gemecker bezüglich Teigart konfrontiert wird. Glutenfreie Backversuche bergen ein hohes Potential in diese Richtung, da nicht jedes Experiment auf Anhieb glückt… Vor diesem Hintergrund  ist das Clafoutis (Kla-fu-tii ausgesprochen) für mich ein völlig nahe liegende Erfindung gewesen: ein saftiger Nachtisch, der blitzschnell fertig ist und vermutlich sowohl der Hefe- als auch der Mürbteigfraktion schmeckt und vor allem ganz leicht abgewandelt werden konnte und ohne Milch und Mehl auskommt.

Die Kerne bleiben, wie ich gerade einem französischen Küchenforum entnehme, nicht aus Faulheit drinnen, sondern um die Frucht nicht zu verletzten und den Saft dort zu belassen wo er hingehört, nämlich in der Kirsche: Das Wesen des Clafoutis ist der Kontrast zwischen dem flaumigen Teig und dem hervorsprudelnden Geschmack aus den Kirschen, wenn sie dem Druck der Zähne nachgeben. So poetisch kann Essen sein. Das Geschmackserlebnis und Spuckvergnügen könnte nicht besser sein. Vive la France – wie auch immer das Semi-Finale heute Abend ausgeht…

Kirsch-Clafoutis

500 g Kirschen
80 g geriebene Mandeln
50 – 60 g Zucker
1/4 l Mandelmilch
4 Eier
50 g Butter
½ TL Zitronenschale
1/2 TL Vanillepulver oder das Mark einer halben Vanillestange
Minzblättchen zum dekorieren oder 1 EL Kirsch / Grand Marnier für den Teig

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Backrohr auf 180° vorheizen.
Eier mit Zucker ca 3 Minuten schaumig schlagen. Zitronenschale und Vanille zufügen. Ofenfeste Form mit einem kleinen Stückchen Butter einfetten und die restliche Butter in einen Topf geben und bei niedriger Hitze schmelzen. Butter, Mandelmilch, geriebene Mandeln und eventuell Kirsch unter das Ei-Zuckergemisch rühren.

Kirschen waschen, Stängel entfernen und in die gebutterte Form füllen. Ei-Mischung darüber gießen und im vorgewärmten Ofen 40 Minuten bei 180° backen.

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Das Rezept für Clafoutis kommt aus dem Limousin, dem Herzen Frankreichs und wird traditionell mit Kirschen zubereitet. Ersetzt man 100 – 150 g Kirschen durch schwarze Ribisel/ Johannisbeeren, gewinnt das Rezept  nochmal an Aroma. Man kann aber auch anderes reifes Obst verwendet, im Spätsommer schmeckt es auch mit Zwetschgen. Wenn du über einen Hochleistungsmixer verfügst, kannst du Mandelmilch ganz schnell selbst machen in dem 30 g Mandeln mit kochendem Wasser übergießt, ca 15-30 Minuten ziehen lässt, den Mandelkern aus der Haut drückst und die Mandeln mit 250 ml kaltem Wasser pürierst. Ich siebe die Milch nicht ab.

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Aus der Sicht der TCM:

Der unter dem Namen Curnonsky bekannte Maurice Edmond Sailland (1872-1956), berühmteste Gourmet und Gastronom Frankreichs, meinte um hinsichtlich des Clafoutis zur Vollkommenheit zu gelangen, muss man ein echter Bewohner des Limousin sein, mit dem Blut so dunkel wie der Saft der schwarzen Kirsche aus dieser Gegend.

Dieser Vergleich zwischen Blut und Kirschsaft ist ganz im Sinne der TCM. Die Kirsche – Frucht des Sommers – tonisiert wie kaum ein anderes heimisches Obst das Blut, hilft bei Blutmangel, bei Taubheitsgefühl in den Extremitäten, bei Schwindel und Schlaflosigkeit, bei Trockenheit im Mund und Rachen (Speichel gehört auch in die Kategorie Blut & Körpersäfte) und bei trockener Haut. Zudem reinigt die Kirsche das Blut, löst Nässe und Feuchtigkeit auf wirkt bei Übersäuerung und hohen Cholesterinwerten. Kirschen wirken auch bei Rheuma, Gicht, bei Muskelschwäche, Hüft-, Knie- und Knochenschmerzen. Hiezu legt man 20 Kirschen für 1-2 Wochen in Branntwein ein und nimmt anschließend 20 Tage lang täglich 1 Kirsche zu sich.

Kirschen sind wärmend und sollten bei starken Hitzesymptomen gemieden werden.

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Der übliche Schuß Hochprozentiges in Kuchen und Süßspeisen entspricht dem Metall-Element und hat die Funktion die sich bildende Feuchtigkeit zu Zerstreuen. Diese Rolle übernimmt ebenfalls das dekorative Minzblättchen…es bleibt dir überlassen.

In Kombination mit den Eiern und Mandeln handelt es sich um ein sehr nährendes Rezept, welches das Yin tonisiert und bei Trockenheit, trockenem Husten, Nervosität, Schwäche, Schlafstörungen, Untergewicht und schlechter Regeneration hilft.

Auf Grund seiner nährenden Substanz ist das Gericht empfehlenswert als sättigender Abschluß nach einem leichten Sommer-Gemüsegericht oder einer Suppe. Yin wird nachts gebildet, im Schlaf. Diie Kombination mit einer bekömmlichen, die Flüssigkeiten zusätzlich nährenden Suppe ist daher vor allem als Abendessen empfehlenswert. Bist du ein reiner Kohlenhydrat-Typus, brauchst du vermutlich ein paar Kartoffeln oder etwas Getreide in der Suppe um später nicht mehr Naschen zu müssen.

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Die Ernährung nach TCM dient der Gesunderhaltung und der Harmonisierung der körpereigenen Heilungskräfte. Meine Rezepte sind kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Behandlung, sie erfüllen keine medizinischen Zwecke.

Kommentare 9

  1. Tom Haiden Juli 7, 2016

    Ihr Lieben,

    Was für ein cooles kleines Video ihr da gedreht habt mit sehr begabten
    Nachwuchsköchen und Kirschkern -Weit-Spuckern! :-))
    Echt voll nett und genau auf solche Kuchen stehe ich total! 😉
    Danke Euch und einen tollen Sommer 🙂
    Liebe Grüße aus Wien,
    Tom 🙂

    • Pascale Neuens Juli 7, 2016

      Danke Tom, das nette feedback wird gleich an die gesamt Mannschaft weitergegeben, wir brüten schon über dem nächsten Video vor lauter Begeisterung… und ja der „Kuchen“ ist der Hammer. Hier in Luxusburg, dem Land der Kirschen (glaubt man gar nicht, aber ist so) gibt es ihn fast täglich, herrlich!

  2. Birgit Lehner Juli 9, 2016

    Total lecker und sooo schnell! Sommerlich leicht noch dazu. Vielen Dank für das schöne Rezept und Deine wunderhübsche Homepage!

    • Pascale Neuens Juli 10, 2016

      Danke Birgit für das nette Feedback! Viel Spass weiterhin beim Lesen & Kochen! Lg Pascale

  3. Stephanie Juli 11, 2017

    Liebe Pascale!!
    Dein Rezept klingt sehr lecker, ich find nur keinen Mandelstaub. Funktioniert es auch mit gemahlenen Mandeln, oder anderem Mehl??
    Liebe Grüße
    Stephanie

    • Pascale Neuens Juli 24, 2017

      Liebe Stephanie,
      nun hast du etwas warten müssen auf meine Antwort, ich war auf Urlaub und das Netz war sehr schwach, was ich total genossen habe um endlich richtig abzuschalten!
      Mit Mandelstaub meine ich fein gemahlene Mandeln. Tut mir leid für die Verwirrung, wenn man Rezepte aus dem Kopf und dem Luxemburgischen niederschreibt kommt es manchmal zu Verwirrungen….
      alles Liebe und viel Spass beim Ausprobieren, Pascale

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