Erdbeer-Kirsch-Suppe und ein paar Fragen zum Naschen!

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Schulende ist Kirschenzeit… eine wunderbare Kindheitserinnerung für mich: mit dem Fahrrad über die blühende Sommerheide flitzen, Heuduft in der Nase, gemeinsam mit Freunden Verbotenes tun und sich vorm Auftauchen des Bauern fürchten während man genüsslich in der Baumkrone hängt… Diese Erinnerungen bieten mir eine super schnelle Möglichkeit zum Entspannen! Genießen mit allen Sinnen: in dem Moment wo die Kirsche in meinem Mund platzt und ihre Aromen entfaltet beginnt die Entspannung…

Ja genau, so kann Essen auch funktionieren. Wir essen ja nicht nur um satt zu werden also um unseren physischen Hunger zu stillen. Sonst bräuchten wir ja nach einen ausgewogenen Abendessen kaum noch eine Tüte Chips oder eine Tafel Schokolade…

Hast du dir beim Naschen schon mal überlegt warum du das jetzt eigentlich tust? Welches Bedürfnis meldet sich da gerade? Bei mir ist es ganz oft Müdigkeit. Wenn ich schlapp bin, was bei den heißen Temperaturen schon mal vorkommen kann, dann brauche ich was Süßes, oder einen Kaffee, oder am besten beides zusammen. Gestern hatte ich einen schlappen Tag und als ich mir nach dem Mittagessen einen Kaffee machen wollte, habe ich mir gedacht: nein, den trinke ich jetzt nicht! Stattdessen lege ich mich einfach ein halbes Stündchen hin, denn es ist heiß, ich hatte vorgestern einen anstrengenden Tag und es ist ok wenn ich mir jetzt eine Pause gönne, statt meinen Körper mit Kaffee hochzuputschen.

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Hast du öfters vormittags das Bedürfnis zu naschen oder ist deine Hauptnaschzeit eher nachmittags oder abends? Poste mir das doch mal in die Kommentare! Und wenn du heute Abend zur Naschlade wanderst, halte kurz inne und stelle dir die folgenden Fragen:

Was ist jetzt mein wirkliches Bedürfnis?
Wird das was ich jetzt gleich in mich reinstopfe, mich wirklich glücklich machen?
Und wenn es dabei um echten Nasch-Schrott (purer Zucker, Transfette, Salz, Karb- und Konservierungsstoffe, …) geht:
Will ich mir/meinem Körper das jetzt echt antun? Bin ich mir nicht mehr wert? Denn das ist doch genau der Punkt. Wir stopfen uns mit irgendwas voll, weil irgend eine Emotion sich rührt und/oder wir uns das so angewöhnt haben: Unzufriedenheit, Frust, Stress, Müdigkeit das wird unterdrückt statt wahrgenommen. Oder bist du auf der Suche nach fauler Entspannung und Zerstreuung, weil du erschöpft vom Funktionieren im Alltag bist?

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Gestern Abend hatte ich ein tolles Gespräch. Im Rahmen eines Brainstormings für eine Kooperation mit dem wunderbaren feelgood Yoga Studio meinte Nina: „Meine Oma nascht jeden Abend billige, schreckliche Kekse. Warum tut sie das? Sie ist sich nicht mehr wert und sieht auch nicht den Müllberg den sie dadurch produziert.“ Das hat was: den Müll den wir im Äußeren produzieren und sehen können, diesen Schrott verursacht das Naschzeug auch in uns! Willst du dich wirklich innerlich so zu müllen oder willst du lieber Klarheit herstellen und achtsam mit deinem Körper und deiner Gesundheit umgehen?

Dann habe ich heute ein echtes feelgood Rezept für dich und falls du am Land wohnst und die Möglichkeit hast, echt gute Kirschen zu „klauen“ dann hab ich noch den Spruch meiner Oma für dich: „Alles waat an de Schankekierfchen geet, ass net geklaut!“ Also: Alles was im Knochenkörbchen (Magen) landet ist nicht geklaut! Und mein Körbchen kann unfassbar viele Kirschen fassen. Her mit den dunklen, süßen Herzkirschen und jetzt ab in die Küche!

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Erdbeer-Kirsch-Suppe (ca 1l – für gute 8 Portionen)
0,5 kg Erdbeeren
0,5 kg Kirschen
4 EL Kuzu oder 1 gestr. TL Agar Agar
(oder ein anderes Geliermittel zb Kartoffelstärke oder Gelatine)
½ TL gemahlene Vanille
½ TL Kardamom
80 – 100 g Rohrohr-Zucker, Reissirup, …
(je nach Süße der Früchte und Geschmack)
1 Prise Salz
etwas frisch geriebene oder fein gehackte Zitronenschale
300 ml schwarzer Johannisbeersaft
(Muttersaft ohne Zucker)
300 ml Wasser

Kirschen waschen und von den Stängeln befreien. Erdbeeren waschen und putzen und in einen Topf geben. Wasser, Saft und Zucker zu den Erdbeeren geben und aufkochen. Die Masse pürieren, und Gewürze zufügen. Geliermittel in kaltem Wasser auflösen, dann in die kochende Flüssigkeit gießen und 2 Minuten unter Rühren kochen lassen.

Die Kirschen zufügen und auf kleiner Flamme 2-5 Minuten köcheln. In Dessertschalen oder Schraubgläser abfüllen und warm servieren oder abkühlen lassen. Im Kühlschrank aufgehoben gilt die gelierte Suppe als guten Snack aufheben und schmeckt hervorragend zum Frühstücksgetreide!

Aus der Sicht der TCM:

Die Natur ist am Höhepunkt, so auch unser Lebensstil. Wir sind nicht zu bremsen, an einem warmen Sommertag könnten wir vor Freude explodieren, unser Herz geht über … und Kirschen sind hier die ideale Nahrung fürs Herz. Sie tonisieren wie kaum ein anderes heimisches Obst das Blut, helfen bei Blutmangel, bei Taubheitsgefühl in den Extremitäten, bei Schwindel und Schlaflosigkeit, bei Trockenheit im Mund und Rachen (Speichel gehört auch in die Kategorie Blut & Körpersäfte) und bei trockener Haut.

Sie reinigen das Blut, lösen Nässe und Feuchtigkeit auf wirkt bei Übersäuerung und hohen Cholesterinwerten. Kirschen wirken auch bei Rheuma, Gicht, bei Muskelschwäche, Hüft-, Knie- und Knochenschmerzen. Hier zu legt man 20 Kirschen für 1-2 Wochen in Branntwein ein und nimmt anschließend 20 Tage lang täglich 1 Kirsche zu sich. Kirschen sind wärmend und diese Kombination mit Alkohol ist bei starken Hitzesymptomen nicht empfehlenswert.

Wir sollten uns in der heißen Jahreszeit auch leichter Kost versorgen. Wir brauchen weniger stärkende Nahrung, weniger Getreide und Fleisch und keine deftigen Mahlzeiten die unseren Körper belasten. Es gilt die Farbenpracht, die die Natur zu bieten hat, in voller Bandbreite zu nutzen und unsere Teller bunt zu gestalten.

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Erdbeeren lösen Nässe und Feuchtigkeit auf und transformieren diese. Sie sind hilfreich bei erhöhten Cholesterinwerten und wirken vorbeugend gegen Arteriosklerose. Gleichzeitig tonisieren sie (wie auch die Kokosmilch) das Yin und wirken gegen Trockenheit vor allem im Bereich der Atemwege mit Heiserkeit und Halsschmerzen. Sie sind gute Durstlöscher und tonisieren das Qi und wirken auf die Milz, sie helfen bei Appetitlosigkeit und Verdauungsschwäche und regen die Diurese an!
Vorsicht bei Histamin-Intoleranz, Erdbeeren können allergische Reaktionen auslösen und ihr hoher Oxalsäure Gehalt kann die Nieren belasten.

Kuzu ist eine aus Asien stammende Kletterpflanze, deren Samen gegessen, die Blätter an das Vieh verfüttert und die Stärke der Wurzel als Bindemittel in der Küche verwendet wird. Kuzu soll helfen, wenn man zum Rauchen aufhören will. Er reguliert den Blutzuckerspiegel, hilft sowohl bei Verstopfung wie auch bei Durchfall und nährt die Schleimhäute des Gastrointenstinaltrakts.

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Die Ernährung nach TCM dient der Gesunderhaltung und der Harmonisierung der körpereigenen Heilungskräfte. Meine Rezepte sind kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Behandlung, sie erfüllen keine medizinischen Zwecke.

Kommentare 7

  1. Henriette Fischer Juni 26, 2017

    Ein tolles Rezept, allein schon durch die herrliche Farbe.
    Leider konnte ich nicht erfahren, das interessiert mich brennend, was Wassermelonen und die Erkältungen im Herbst zu tun haben.
    Hab ich was falsch verstanden? oder etwas überlesen?

    Liebe Grüße

    Henriette Fischer

  2. Liebe Pascale,
    meine Schokozeit ist manchmal vms gegen 10.00 Uhr, manchmal mittags, aber ganz sicher nach dem Abendessen. Ich vermute nun, dass ich etwas gegen Müdigkeit, zur Stärkung benötige und mir abends etwas Gutes tun will.

    Den Powernap im Büro gibt es nicht – da werde ich wohl weiter bei einer Rippe Schoko bleiben.

    Danke für Deine tollen Rezepte und Gedanken, die Du immer mitschickst.
    Liebe Grüße aus dem sonnigen Klagenfurt,
    Hemma

    • Pascale Neuens Juni 29, 2017

      Liebe Hemma,

      danke für deine Rückmeldung, ja so geht es tatsächlich ganz vielen!
      Bei mir ist es sehr ähnlich und ich merke jetzt, dass ich diese Gewohnheit sogar an meine Kinder weitergegeben habe:
      Dadruch dass ich nach dem Abendessen immer noch was Süßes brauche, verlangen sie auch danach…
      nobody´ s perfect…
      aber mit so einem köstlichen Obst-Nachtisch kommen wir dann doch alle um die Schoko herum und das find ich schön,

      glg Pascale

  3. Susi Reiter Juni 29, 2017

    Liebe Pascale.. die Nachspeise schmeckt sooo gut.. am liebsten zum Dinkelbrei in der Früh.. juhu… endlich schmeckt „er“ mir… mit welchem Obst kann ich es auch machen, wenn die Kirschen/Erdbeerzeit bald vorbei ist? (ausnahmsweise einfrieren und neu einkochen?)..
    vielen Dank für das Rezept, schmeckt der ganzen Familie 🙂 🙂 :_)

    • Pascale Neuens Juni 29, 2017

      JUCHUUUU, danke Susi – das freut mich total!
      Es geht genau so gut mir Marillen/Pfirsichen, die Farbe wird möglicherweise mit Johannisbeersaft nicht so schön, da vielleicht lieber einen hellen Traubensaft verwenden…viel Spaß!

      PS: ja gegen kleine Mengen Tiefgekühltes spricht in dem Fall auch nix…

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