Worum geht´s?

Im Gegensatz zur westlichen Medizin richtet die TCM den Fokus darauf die Gesundheit zu erhalten, statt Krankheiten zu heilen. Der Legende nach bekamen chinesische Ärzte in der Vergangenheit nur Geld, solange der Patient gesund war, und die Entlohnung wurde ausgesetzt, sobald jemand erkrankte.

Wir sind so lange gesund, wie wir uns fit fühlen. Sinkt das Wohlbefinden, ist unser Körper aus dem Gleichgewicht – Raum für Krankheit kann entstehen. Sinn und Zweck ist es, das innere Gleichgewicht (Gesundheit) möglichst lange aufrecht zu erhalten. Dabei ist die Ernährung neben Kräutern, Akupunktur, Massage und Bewegung eine der 5 Säulen der TCM.

Energie durch Essen – wie funktioniert das?

Das Verdauungssystem mit den Organen Milz und Magen wird in der TCM als „Mitte“ bezeichnet. Das zeigt die zentrale Stellung der Ernährung. Laut Claude Diolosa – dem vielleicht bekanntesten TCM Lehrer in Österreich, können alle Akupunktur-Meister in China sehr gut kochen, da sie wissen, dass die Kräutertherapie und Akupunktur nur langfristig erfolgreich ist, wenn der Patient die Therapie mit seiner Ernährung unterstützt. Dies lässt uns erkennen welch gewaltige Bedeutung dem Essen zukommt.

„Du bist was du isst“ ist uns ja allen bekannt, oder „willst du mehr Energie, musst du sie essen/trinken“, so ähnlich lauten viele Werbeslogans. Hier scheint mir das, was die TCM über die Verdauung sagt, sehr vernünftig: Du kannst nur das zu Energie machen, was du auch umwandeln kannst – oder als bildhafte Erklärung:

Wie funktioniert die Verdauung laut TCM - ein bildhafter Vergleich aus der TCM um das Wohlbefinden zu steigern, Energie durchs Essen zu bekommen, die Gesundheit zu erhalten
Modell des Dreifach-Erwärmers

Man kann sich die Verdauung so vorstellen wie einen Topf, der über einem Feuer hängt. Das Feuer steht für die Nierenkraft. In den Nieren wird die uns zur Verfügung stehende Energie gespeichert, und damit diese Kraft nicht versiegt, muss laufend Energie nachgebildet werden. Dies passiert indem die Nahrung  in den Topf (Magen-Milz-System) gefüllt wird. Je mehr die Nahrung dabei einem leicht verdaulichen Brei ähnelt, desto leichter fällt es unserem Körper daraus Energie zu bilden. Die Dämpfe, die vom Kochtopf aufsteigen, wandern hinauf zur Lunge, verbinden sich mit der Energie der Atmung und bilden zusammen unsere Energie – unser Qi – das wiederum zu den Nieren gesendet wird und dort gespeichert wird. Je gröber, fetter oder schwerer bekömmlich der Brei ist, desto mehr Feuer ist notwendig um ihn zu zersetzen. Je heißer das Feuer, desto leichter brennt etwas an im Topf. Statt der feinen Dämpfe entsteht Feuchtigkeit/Schleim, die Energiekanäle werden blockiert und wir fühlen uns müde und erschöpft nach dem Essen. Ist der Verdauungsprozess optimiert, ist wenig Feuer (Nierenenergie) notwendig, und unsere Speicher werden optimal gefüllt. Wir fühlen uns vital und voller Lebensfreude. Übersetzt nenne ich das „fit essen“!