Hühnersuppe – den Frühlingslaunen trotzen!

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Wenn du dich gerade mit den Ausläufern einer Verkühlung herum schlägst, versuche es doch mal mit Hühnersuppe wie zu Großmutters Zeiten. Bereits die alten Ägypter setzten Hühnersuppe als Mittel gegen Erkältungen ein. Sie hilft nach auszehrenden Krankheiten oder anstrengenden Geburten die Körpersäfte wieder herzustellen. Unterschiedliche Kulturen verliehen ihr bedeutungsvolle Namen wie „goldene Brühe“ oder „jüdisches Penicillin“.

Wissenschaftliche Studien versuchen das Geheimnis der Hühnersuppe zu knacken. Was macht ihren entzündungshemmenden Einfluss bei Erkältungsgeschehen aus und wieso wirkt sie abschwellend auf Nasen-, Mund- und Rachenschleimhaut? Fest steht, dass Hühnersuppe das Immunsystem unterstützt und Neutrophile – weiße Blutkörperchen die für  Entzündungsreaktionen mit verantwortlich sind – blockiert, so dass diese keinen Schaden mehr anrichten können.

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Was für ältere Generationen eine Selbstverständlichkeit war, nämlich das regelmäßige Herstellen von Brühen ist für Jüngere die Verwendung des Suppenwürfels. Die Einführung des Suppenwürfels sollte dieses kostbare und teure Gut der breiten Masse zugänglich machen. Leider haben die beiden nichts gemeinsam: den feinen, unaufdringlichen runden Geschmack einer handwerklich hergestellten Suppe wird die Lebensmittelindustrie niemals hinbekommen, von den magischen Kräften ganz zu schweigen …

Das geläufige Wort „Bouillon“ stammt aus dem Französischen und hängt mit der oberflächigen Bewegung einer zum Kochen beginnenden Flüssigkeit zusammen. Man versteht unter Bouillon eine auf Wasser basierende klare Suppe, in welcher unterschiedliche Lebensmittel (Fisch, Fleisch, Geflügel, Gemüse) eventuell zu diätetischem Zwecken ausgekocht wurden: Geschmäcker, Farben und Nährstoffe gehen somit in die Suppe über und durch den Kochvorgang bilden sich neue aromatische Moleküle. Das Verhältnis zwischen festen Bestandteilen und Brühe beträgt etwa eins zu fünf, bei Kraftbrühen ist der Feststoffanteil etwa doppelt so hoch.

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Hühneressenz – eingefärbt mit rotem Rübensaft!

Kocht man die Bouillon zusätzlich ein, erhält man einen Fond – die Basis der französischen Küche. Alexandra Dumas schreibt in seinem 1873 veröffentlichten Grand Dictionnaire de cuisine: „Es gibt keine gute Küche ohne Bouillon, die französische Küche verdankt ihr Überlegenheit über die Vorzüglichkeit der Bouillon, diese Exzellenz wiederum verdanken wir nicht den Köchen, sondern der Intuition der Frauen aus dem Volk.“ http://www.dumaspere.com/pages/bibliotheque/chapitrecuisine.php?lid=c1&cid=216

Genau darum geht es mir bei meiner Arbeit mit der TCM: den Wissensschatz der Lebensmittel Wirkung einzusetzen wie unsere Vorfahren es taten um unser inneres Gleichgewicht wieder herzustellen. Die Hühnersuppe ist ein Basisrezept, das je nach Symptomatik in viele Richtungen abgewandelt werden kann und je nach Gusto und Symptomatik das ganze Jahr über auf viele Arten genossen werden kann.

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Zutaten für einen 5 Liter Topf:
1 Zwiebel
1 Huhn
mindestens 500 g Wurzelgemüse (Karotten, Stangensellerie, Sellerie, Lauch, Petersilwurzel,…)
1 Bund Petersilie
10 Pfefferkörner
10 Wacholderbeeren
2 Lorbeerblätter
Salz
4 l Wasser
6-10 Gojibeeren
zusätzlich aus der TCM Apotheke – speziell zum Blut aufbauen und vor Erkältung schützen:
3 rote Datteln
1 TL Angelika sinensis
1 TL Astragali Wurzel
frisches gedünstetes Gemüse als Suppeneinlage (nach Geschmack: Stangensellerie, Karotten, Radieschen, Kresse, Radieschenblätter, Spinat, Mangold,…)

Das Huhn waschen. Die Zwiebel halbieren und in einer Pfanne mit der Schnittfläche nach unten anbräunen, die Zwiebel kann auch ungeschält verwendet werden, dies gibt der Suppe eine dunklere Farbe. Fleisch und Wurzelgemüse mit Kräutern und Gewürzen und dem kalten Wasser in einem Topf aufstellen und zum Kochen bringen. Ohne Deckel 1,5 Stunden köcheln, nicht zu stark kochen sonst wird die Brühe trüb.

Ich seihe die Suppe ab, löse das Fleisch ab und gebe es wieder in die Suppe. Mit klein geschnittenem kurz gedünstetem Gemüse und viel frischem Grün servieren oder die Brühe noch kochend heiß in Gläser abfüllen und sofort fest mit Schraubdeckel verschließen, in eiskaltem Wasser rasch abkühlen, so dass der Deckel „ploppt“. So hält sich die fertige Suppe mehrere Wochen im Kühlschrank und kann abends schnell zu einer cremigen Gemüsesuppe weiter verarbeitet werden. In dem Fall gibt es das Fleisch am nächsten Tag als Mittagessen.

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Eier mit angeknackster Schale 10-15 Minuten in roten Rübensaft einlegen, ergibt nach dem Schälen schöne gemusterte Eier als Einlage am Ostertisch.

Aus der Sicht der TCM:

Die Thermik des Huhns (warm), der Gewürze (warm) und der lange Kochprozess machen die Hühnersuppe zu einer prinzipiell wärmenden Speise. Im Frühling sollte man zum thermischen Ausgleich erfrischendes Grün und knackiges Gemüse hinzufügen. Wer speziell Blut aufbauen möchte, für den habe ich in diesem Rezepet ein paar chinesische Zutaten hinzugefügt – die jedoch kein Muss sind. Weitere Infos zum Thema Blut und Säfte aufbauen gibt es hier.

Hühnersuppe hilft allgemein bei Erschöpfung, nächtlichem Schwitzen, Kraftlosigkeit, Schwindel, Trockenheit, Abmagerung und Herzklopfen und unterstützt die Milchbildung in der Stillzeit. Sie fördert den Appetit bei Milz Qi Schwäche und wirkt bei Magersucht, Durchfall und Diabetes. Sie tonisiert das Nieren Qi und hilft bei Ödemen, Miktionsproblemen, Samenverlust, Tinnitus und Knochenschmerzen.

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roter Rübensaft unterstützt ebenfalls die Blutbildung. Am besten als frisch gepressten, rohen Saft genießen!

Vorsicht: Bei Infekten mit Fieber und in der Akutphase einer Krankheit ist Hühnersuppe laut TCM zu stark erhitzend und daher nicht das Mittel der Wahl. Generell wird empfohlen bei Hitzesymptomatiken (Rötungen, Schwitzen, Hitzegefühl,…) die Gewürze (Nelke, Wacholder, Pfeffer) vorsichtig zu dosieren! In der Stillzeit Petersilie eher durch grüne Blattsalate ersetzen, da Petersilie die Milchproduktion hemmt.

Die Zugabe von Petersilie und roter Rüben unterstützen den Säfte Aufbau zusätzlich. Petersilie stärkt die Milz, die wiederum für die Blutproduktion zuständig ist. Sie wirkt appetitanregend und hilft bei Gastritis. Sie wirkt bewegend und daher einer Leber Qi Stagnation entgegen. Petersilie wirkt auf Nieren und Blase, sie wirkt harntreibend, hilft bei Blasenentzündungen und Ödemen, sie wirkt menstruationsfördernd und krampflösend.

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Die Ernährung nach TCM dient der Gesunderhaltung und der Harmonisierung der körpereigenen Heilungskräfte. Meine Rezepte sind kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Behandlung, sie erfüllen keine medizinischen Zwecke.

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