Kurkuma Tee und Frühlingserwachen

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Bewegung in den Alltag integrieren – in dieser Mission war ich vorgestern mit meiner Tochter Emilie (schnelle Pancakes) auf den Steinhof Gründen unterwegs und wir sind dem Frühling begegnet. Auf den ersten Blick war es ein grauer, nebliger Nachmittag, aber bei der erweiterten Runde durch den Wald trauten wir unseren Augen nicht: es blühen tatsächlich schon die Primeln. Ich erinnerte mich, dass man uns als Kindern immer gesagt hat, dass Schlüsselblumen giftig sind und dann fiel mir ein, dass meine Freundin Klara sie letztes Jahr als Suppendeko verwendet hat …, das muss ich zu Hause nachschlagen – dachte ich mir – und meine Gedanken schweiften ab… Frühling, Holz-Element und Kräuter/Gewürze… so landete ich beim Kurkuma…

Kurkuma – DAS Gewürz für Leber und Gallenblase, gehört zum Frühling mit seinen typischen Symptomen, auch wenn es sich nicht um ein heimisches Gewürz handelt. Es gehört zur Familie der Ingwergewächse und wird in der traditionellen Heilkunst auf Grund seiner reinigenden und Energie spendenden Wirkung seit mehreren Jahrtausenden als Heilpflanze eingesetzt. Hauptsächlich in Asien angebaut, wird Kurkuma in unserer westlichen Küche selten in der Reinform verwendet. Am ehesten kommt es fein gemahlen in Curry Mischungen zum Einsatz, diese verdanken ihm die schöne gelbe Farbe.

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Eine seiner Haupteigenschaften ist die Anregung der Gallensaftproduktion, es wirkt bei Schwäche und Stauung von Leber, Gallenblase und im Bereich des Magen-Darm-Trakts. Es wirkt verdauungsfördernd, entblähend und immunstärkend. Der gelbe Farbstoff (Curcumin) gilt als krebshemmend, antioxidativ, entzündungshemmend, antiseptisch und antibakteriell. In Kombination mit Pfeffer (Wirkstoff Piperin) wird seine Wirksamkeit um ein Vielfaches erhöht. Allerdings übersteigt die therapeutische Dosierung (1,5 -3 g täglich) die üblicherweise verwendete Menge als Küchengewürz. In der indischen Küche ist die Menge deutlich erhöht und die Menschen profitieren von den gesundheitlichen Vorteilen dieser Pflanze.

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Für den Tee:
1 TL Kurkuma
einige Blätter (getrocknete) Zitronenmelisse
1 Msp Melasse, ersatzweise 1/2 TL Honig
1 Prise Pfeffer
1 Scheibe Zitrone
1 Tasse kochendes Wasser

Alle Zutaten (bis auf den Honig) in ein Glas geben und mit kochendem Wasser überbrühen. Zitrone ausquetschen. Die Wirkstoffe aus dem Honig werden durch die Hitze zerstört, den Honig besser erst etwas später zufügen, bezüglich Melasse ist mir nichts in diese Richtung bekannt.

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Aus der Sicht der TCM:
Seine thermische Eigenschaft ist wärmend, sein Geschmack scharf, bitter und etwas aromatisch. Kurkuma wirkt auf die Organe: Leber, Gallenblase Herz, Lunge, Milz und Darm

Es ist eines der wenigen Lebensmittel die gegen Leber Qi Stagnation wirken und kühlt Leber Feuer, senkt das Gallenblasen-Yang ab. Kurkuma reinigt das Blut und die Gefäße, transformiert Herz-Schleim, beruhigt den Geist (Shen), fördert die Durchblutung und wirkt Blut-Stagnation entgegen.Weiters wird Kurkuma bei schmerzhafter Regelblutung und Ausbleiben der Regelblutung empfohlen.

Achtung: Auf Grund seiner Blut bewegenden Eigenschaft nicht in der Schwangerschaft anwenden!

Melisse unterstützt die Wirkung vom Kurkuma: sie beruhigt das Leber Yang, wirkt Leber Qi Stagnation entgegen, beruhigt den Geist, hilft bei den genannten Regelproblemen und bei Verdauungsbeschwerden. Sie wirkt beruhigend und wird bei Einschlafproblemen eingesetzt. Ihre kühlende Wirkung hilft bei Fieberblasen. Leider haben auch frische Kräuter eine Jahreszeit und die Glashaus-Melisse die es jetzt gibt, ist nicht vergleichbar mit der die im Sommer im Garten gedeiht!

Melasse beruhigt und entspannt die Leber, Zitrone wirkt Hitze entgegen.

Pfeffer wirkt prinzipiell wärmend und zerstreuend, ist allerdings hier extrem niedrig dosiert und dient nur der Unterstützung der Wirkung vom Kurkuma.

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Meine Recherchen zur Schlüsselblume haben ergeben, dass sie einen leicht süßen Geschmack hat und thermisch neutral wirkt. Sie hilft bei Qi Stagnationen im oberen Erwärmer, sie wirkt auf das Herz und hilft bei innerem Wind. Man wendet sie an bei Herzklopfen, Schlafproblemen, Nebenhöhlenentzündungen, Migräne und chronischer Bronchitis. Vielleicht haben meine Eltern mit „giftig“ lediglich gemeint dass es sich um eine Heilpflanze handelt – oder es handelt sich um einen Überlieferungsfehler…

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Die Ernährung nach TCM dient der Gesunderhaltung und der Harmonisierung der körpereigenen Heilungskräfte. Meine Rezepte sind kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Behandlung, sie erfüllen keine medizinischen Zwecke.

Kommentare 5

  1. Elfi Harrer März 11, 2016

    Schlüsselblumen Tee war in meiner Kindheit der Hit wenn wir grippig waren – mit Honig sehr beliebt 🙂 Außerdem haben wir vom hinteren Ende der Blüte immer den Honig „rausgezuzelt“ …
    Danke für den Blog (und danke an den Standard für den Link hierher!). Werde den Tee gleich ausprobieren.

    • Pascale Neuens März 12, 2016

      ha, das mit dem Auszuzzeln kenne ich – wir haben das bei Nesseln gemacht…, lg Pascale

  2. Liebe Pascale, hilft der Tee auch bei trocknen Augen? Immer wenn ich mich abends schlafen lege und fast am Einschlafen bin und ich nachts und früh morgens aufwache sind meine Augen wie ausgetrocknet. Wenn ich dann die Augen auf und zu mache, werden sie langsam feucht. Die TCM sagt ja, bei Augenproblemen hat es mit der Leber zu tun.

    • Pascale Neuens Juli 29, 2016

      Liebe Brita, danke für deine Frage. Kurkuma reinigt und ist daher gut für die Leber. Es stimmt, dass die Augen einen starken Bezug zur Leber haben, aber dabei geht es um das Leber-Blut, da wirst du mit reinigen keinen Erfolg erzielen, stattdessen musst du deiN Blut nähren in dem du möglichst viel rotes und grünes Obst/Beeren und Gemüse ist-am besten gedünstet, als Suppe oder das Obst als Kompott. Schau dir auf meiner Info Sommer und Frühlingseite nochmal den Absatz Blut nähren an. Auch Hühnersuppe mit grünem Gemüse sehr regelmässig zb als Frühstück genossen ist hilfreich! Viel Erfolg beim Ausprobieren, lg Pascale

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