Miesmuscheln – Nierentonikum und ein Stück Fernweh!

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Gestern, am zweiten Tag wo der Winter in Wien so richtig angeläutet hat, wollte ich mit einem Rezept für Huhn in Rotwein (Coq au vin) hier mal so richtig einzuheizen. Doch irgendwie war mir nicht danach. Ich verspürte statt dessen eine unbändige Lust auf Miesmuscheln. Ja genau: Miesmuscheln. Manchmal muss man auf sein Inneres hören und ich zog zum Naschmarkt! In Belgien und Frankreich findet man – in den Monaten die ein R im Namen tragen – moules frites auf fast jeder Bistro-Speisekarte… super… und da packte mich das Heimweh, was so ein Salz-Gelüst alles auslösen kann… das darf doch nicht wahr sein, da denke ich an Muscheln-Essen und plötzlich falle ich in ein emotionales Tief…

Früher wäre ich in der Situation verzweifelt, aber zum Glück macht einen ja die Lebenserfahrung schlauer. Ich weiß mittlerweile, dass ich stets dann so reagiere, wenn mir gerade alles zu viel wird. Es ist ein Zeichen. Seit Mitte Oktober arbeite ich wie besessen an meinem Adventkalender und es ist immer noch kein Ende in Sicht. Also bitte unterstütze mich und versorge deine Freunde mit dem Link zum Kalender: http://neuensausderkueche.com/adventkalender/_16, damit genügend Menschen da draußen von meiner Arbeit profitieren und anfangen gesund zu naschen! Danke!

Und nun zurück zu meinem Problem: Reagierst du auch manchmal in hektischen Phasen empfindlich, schläfst eventuell schlecht, schwitzt nachts oder hast einen trockenen Mund, leidest unter Schwindelgefühl, Tinnitus, Rücken- und/oder Knochenschmerzen … All das sind Anzeichen von innerem Stress – dabei muss man sich dessen gar nicht mal bewusst sein. Wir sind konditioniert darauf Dinge zu verdrängen, wir müssen funktionieren und haben auch meistens nicht die Zeit in uns hineinzuspüren wie es uns jetzt eigentlich wirklich geht.

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Am letzten Abend meines vergangenen 30 Tage  – fit essen – Kurses (JUCHU es gibt neue Termine!!!), berichteten mir die TeilnehmerInnen, dass ihnen vorm Kurs kein Zusammenhang zwischen dem Gegessenem und dem Zustand wie sie sich fühlten bewusst war. Nach 4 Wochen gecoachtem Essen war vielen weniger kalt, sie litten weniger an Kopfschmerzen, hatten mehr Energie, eine bessere Verdauung, schliefen besser und waren allgemein beeindruckt wie stark Ernährung auf ihr Wohlbefinden wirkt.

Laut chinesischem Kalender startet der Winter bereits Mitte November. Ein wesentlicher Punkt der Ernährung in der kalten Jahreszeit ist der Aufbau innerer Wärme (Huhn in Rotwein – eben). Auf Grund äußerer Umstände (zu viel Stress), hormoneller Veränderung (zB Schwangerschaft, Wechslejahre,…) kann es aber passieren, dass wir nicht nur unter der äußeren Kälte leiden, sondern auch an innerlicher Unruhe = Hitze. Eventuell nehmen wir dann die äußere Kälte sogar weniger wahr als früher… Da ich mich gerade in dieser Situation befinde, gebe ich meinem inneren Verlangen nach und koche heute Muscheln. Wer keinen Frankreich-, Belgien- oder Sonstwo-Meeresbezug hat und dennoch unter angeführten Beschwerden leidet, besorge sich einen heimischen Fisch (am besten einen Karpfen) und koche ihn im Sud oder als Suppe mit Gemüse und Kräutern!

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Muscheln in Weißwein (für 2 Personen)

2 kg Miesmuscheln
1 EL Butter
0,5 l Weißwein
0,5 l Wasser
1 Schalotte
10 cm Lauch, klein gehackt
3 Karotten
3 Stangen Staudensellerie
1 Lorbeerblatt
4 Zweige Thymian
1 Bund Petersilie

Pfeffer

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Die Miesmuscheln eventuell abkratzen und Seegras entfernen, in klarem Wasser spülen und kaputte und offene Muscheln aussortieren. Ich ziehe die kleinen, feinen maximal so um die 5 cm, den großen Schalentieren vor. 

Das Gemüse putzen und klein schneiden. Butter in einem ganz großen Topf zerlassen und die Schalotte darin anschwitzen. Das Gemüse hinzugeben und 5 Minuten dünsten. Mit dem Weißwein ablöschen, Wasser, Thymian und Lorbeerblatt hinzu geben und 7-8 Minuten vor sich hin köcheln lassen.

Die Miesmuscheln vorsichtig in den Topf geben und den Deckel schließen. Den Topf öfters gut durch schütteln, so dass die Muscheln alle gleichmäßig gegart werden. Wenn die Muscheln sich nach circa 5-7 Minuten geöffnet haben, sind sie fertig.

Auf Suppentellern an richten. Mit etwas fein gehackter Petersilie bestreuen.
Dazu passt Weißwein und Pommes Frites (für die Belgien-Fans) oder Baguette (für die frankophilen Genießer)! Kaputte oder geschlossene Muscheln nicht verzehren. 

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Muscheln aus der Sicht der TCM

Sie tonisieren das Nieren- und Leber- Yin und kühlen innere Hitze die sich bei einem stressigen Lebenswandel spätestens ab 40 bemerkbar macht. Muschel werden gezielt bei Nachtschweiß, Schwindel, Rückenschmerzen und Diabetes eingesetzt. Sie steigern die Potenz. Ihre abführende Wirkung kann bei Miktionsstörungen, Ödemen und geröteten, geschwollenen Augen hilfreich sein.

Das Dünsten in Weißwein (entspannend, erfrischend) mit verdauungsstärkendem Gemüse unterstützt ihre kühlende und ausleitende Wirkung. Vorsicht: zu große Mengen können abführend wirken. Muscheln wirken auf die Potenz und können Kreuzbeschwerden lindern.

Die Gewürze Lorbeer, Thymian und Petersilie unterstützen das Gericht in seiner Blut stärkenden und bewegenden, so wie ausleitenden Wirkung. Sie sorgen für Bekömmlichkeit, unterstützen die Verdauung und beruhigen den Geist.

Pommes Frites sind aus Sicht der TCM verschleimend, aber Miesmuscheln isst man ja nicht alle Tage, da kann man schon mal richtig schlemmen 😉

Vorsicht: Schalentiere bergen ein hohes allergenes Potential!

Wenn du Lust auf mehr TCM hast, empfehle ich dir den TCM-Gewürzkalender meiner liebenswürdigen und charmanten Kollegin Anna Reschreiter. Schau doch einfach mal rein, Anna vermittelt wertvolles Wissen über die Gewürze, bietet schnelle Rezepte und hat spannende Interviews mit ganz unterschiedlichen Foodbloggerinnen geführt.

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Die Ernährung nach TCM dient der Gesunderhaltung und der Harmonisierung der körpereigenen Heilungskräfte. Meine Rezepte sind kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Behandlung, sie erfüllen keine medizinischen Zwecke.

Kommentare 2

  1. Liebe Pascale, du hast das so überzeugend beschrieben, dass ich mich blitzartig dazu entschlossen habe, Miesmuscheln zu kochen (zum ersten Mal in meinem Leben!).
    Es war das perfekte Wahlsonntagmittagessen, mit einem köstlichen orangen Wein – fantastisch. Mein Mann und ich haben sowohl das Zubereiten als auch das Essen sehr genossen, haben damit die Wartezeit ganz wunderbar verbracht und der Geschmack des Südens hat so gut getan. Unsere Variante war recht suppig (anders als die Fotos hier), es gab daher abends noch einen Teller wunderbar g´schmackige Gemüse–Suppe mit ein paar ausgelösten Muscheln. Danke vielmals!!!! Wir werden das in den Monaten mit R sicher öfters machen.
    Um halb fünf, zum Tee, gabs dann ein paar Feiglinge (Adventskalender 1), und so waren wir gut gerüstet.

    • Pascale Neuens Dezember 5, 2016

      Liebe Helga, wie schön!
      Scheinbar kann gutes Essen wirklich viel bewirken und wir haben die Wähler eingekocht ;-))
      Das Ergebnis ist so schön und die Feiglinge sollten wir wohl umtaufen! Danke für diese netten Worte! Das mit der Suppe habe ich vergessen zu erwähnen, aber das machen wir genauso! glg, Pascale

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