Petersilien-Gojibeeren Tee – gegen Blutmangel!

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Das Faszinierendste an der TCM ist für mich das über Jahrtausende hinweg erstellte klare System von Ursache und Wirkung. Dieses System ermöglicht es herauszufinden WIESO, WESHALB, WARUM und WIE unterschiedliche Beschwerden zusammenhängen. Welche Beziehungen bestehen zwischen Beschwerden, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, wie zum Beispiel Verstopfung und Verkühlung? In ihren Erklärungen bedient die TCM sich einer eigenen Sprache, die aufs Erste fremd oder esoterisch klingen mag. Beginnt man die dahinterliegenden Prinzipien zu verstehen, gliedert sich jedoch immer alles in das logische System der 5 Elemente ein.

So ist der Jahreszeit Sommer (Feuer) das Organpaar Herz und Dünndarm zu geordnet. Das Herz verteilt das Blut über die Gefäße in unserem gesamten Körper zu den Organen, Sinnesorganen, Gehirn, Extremitäten und der Haut. Die Verdauung (Milz und Magen, Erde) ist für die Blutproduktion verantwortlich. Die Ausgewogenheit und die Menge der aufgenommenen Nahrungsmittel und Flüssigkeiten sind dabei entscheidend. Die Leber (Holz) hat die Rolle das Blut zu speichern.

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Blutmangel kann folglich unterschiedliche Ursachen haben: es kann zu wenig produziert, zu wenig bewegt oder zu wenig gespeichert werden. Dabei ist der Begriff Blutmangel, nicht gleich zu setzen mit dem westlichen Begriff Anämie. Der Schulmediziner spricht von Anämie, wenn diverse Laborwerte nicht im Toleranzbereich liegen. Aus Sicht der TCM kann der Blutmangel bereits viel früher bestehen. Ernährung und Emotionen haben einen tiefgreifenden Einfluss auf den Blutaufbau. Wird zu wenig Blut gebildet, kann es zu folgenden Beschwerden kommen:

  • Müdigkeit/Erschöpfungszustände
  • Blasse Gesichtsfarbe
  • Schlafprobleme
  • Herzklopfen
  • kalte Hände und Füße
  • Taubheitsgefühl der Extremitäten, Muskelschmerze, Krämpfe
  • Verdauungsprobleme
  • trockene Haut/Haarausfall/brüchige Fingernägel
  • zu schwache/starke/schmerzhafte/ausbleibende Menstruationsblutung

Das Spannende am Arbeiten mit der TCM ist das Verstehen der Zusammenhänge, um an der Ursache ansetzen zu können. Dabei können unterschiedliche Therapieformen der TCM (Tuina, Kräuter, Akupunktur, Qi Gong) eingesetzt werden. Die Basis bildet immer die Ernährung oder wie Sun Simiao, der berühmte Arzt aus der Tang-Dynastie (7 Jh.n.Chr.) meinte: Erst wenn Nahrungsmittel keine Heilung bringen, greift man zu Kräutern und Nadeln.

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In diesem Sinn ist es der spezielle Auftrag an die sommerliche Ernährung, dass unser Blut und unsere Säfte nicht austrocknen und wir Freude und Leichtigkeit empfinden können. Gestern (16.05) war laut chinesischem Kalender der Beginn des Sommers. Da wir derzeit Wetter bedingt nicht gerade Gefahr laufen zu überhitzen, möchte ich dir heute einen ganz einfachen Tipp geben wie du mit einem Getränk, deine Säfte und dein Blut aufbauen kannst und präventiv gegen oben genannte Symptome vorgehst:

2-3 Zweige Petersilie
2-3 Zweige Minze
1 EL Gojibeeren (ungeschwefelte Bio Gojibeeren)

Petersilie und Minze waschen, mit den Gojibeeren in ein großes Glas füllen und mit kochendem Wasser übergießen. 10 Minuten ziehen lassen und Kräuter entfernen. Die Beeren können mit getrunken werde. Am Besten du machst eine Kur und trinkst während 2 Wochen 2x täglich ein Glas von dem Petersilien-Gojibeeren-Tee. Dann machst du 2-3 Wochen Pause und trinkst danach nochmals 2 Wochen lang die Mischung 2x täglich.

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Aus der Sicht der TCM:

Petersilie ist süß, sauer und warm und stärkt die Milz, die für die Blutproduktion verantwortlich ist. Sie wirkt appetitanregend, verdauungsfördernd, entblähend und wirkt bei Haarausfall. Petersilie bewegt das Blut und lindert Leber Qi Stagnationen, sie hilft bei schwacher, verspäteter und schmerzhafter Menstruationsblutung. Sie stützt die Nieren und wärmt das Yang, löst Nässe auf, wirkt einer Feuchtigkeitsstagnation entgegen und hilft bei Ödemen, häufigem Urinieren, und bei Blasenentzündung und Nierensteinen.
Vorsicht in der Stillzeit: Petersilie stoppt den Milchfluss!

Gojibeeren nähren das Yin und gelten als Blut-Tonikum, sie helfen bei Anämie, Schwindel, Abmagerung oder Schwäche, sie stützen nach der Geburt und in der Stillzeit, sowie bei spärlicher bzw ausbleibender Monatsblutung. Über ihren Leberbezug beugen sie weiters Augenproblemen (wie Trockenheit, Nachtblindheit, unscharfes Sehen, mouches volantes, Eintrübung der Linse) vor. Sie stärken des Immunsystems, können die Blutfettwerte senken und dazu beitragen den Blutzucker stabil zu halten.
Vorsicht: bei Durchfall und Blähungen sparsam mit Gojibeeren umgehen, da der süße Geschmack die Milz belasten kann.

Minze ist scharf und kühl, wirkt auf Lunge und Leber und gleicht die Mischung thermisch aus. Der scharfe Geschmack wirkt dem süßen Geschmack entgegen, sorgt für eine gute Bekömmlichkeit und wirkt Leber Qi Stagnationen und dem Syndrom Holz attackiert Erde entgegen. Minze findet Anwendung bei Fieber, hitzebedingten Kopfschmerzen, Entzündungen im Magen-Darm-Bereich, Schlafproblemen, Bindehautentzündungen und beim prämenstruellen Syndrom.
Vorsicht: Minze ist kühlend und nicht das ideale Standard-Getränk für Kälte-Konstitutionen. Minze stoppt wie Petersilie den Milchfluss, also nicht als Kur während der Stillzeit empfehlenswert!

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Die Ernährung nach TCM dient der Gesunderhaltung und der Harmonisierung der körpereigenen Heilungskräfte. Meine Rezepte sind kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Behandlung, sie erfüllen keine medizinischen Zwecke.

Kommentare 7

  1. Bettina Mai 24, 2016

    In der Stillzeit ist es ja auch wichtig Blut aufzubauen, stimmt das? Jetzt heißt es aber auch, dass man Minze meiden soll, da diese abstillend wirkt. Kann man diese irgendwie ersetzen? Oder stimmt dieser Zusammenhang so nicht?

    • Pascale Neuens Mai 24, 2016

      Liebe Bettina, genau denn aus TCM Sicht ist das Blut die Grundlage für die Muttermilch. Und mit der Minze hast du auch vollkommen Recht! Das werde ich gleich ergänzen. Dille ist ein gutes Kraut um den Milchfluss anzuregen und das Baby zu beruhigen. Ich weiß aber nicht wie Dille geschmacklich mit den Gojibeeren zusammengeht…müsste ich ausprobieren!
      Zu den Kontraindikationen, da diese ja auch immer verunsichern, diese beziehen sich auf hohe Dosierungen, sprich wenn du jetzt tag täglich Petersilie und Minze in rauen Mengen essen würdest. Du musst dir aber keine Sorgen machen, wenn du etwas Petersilie über deine Kartoffeln streust. Eine Teekur mit den beiden Kräutern in der Stillzeit ist aber sich nicht das Richtige. Dann lieber Kümmel und Anis! Fenchel ist zwar super gegen Babys Blähbauch, aber oft zu heiß für die kleinen Mäuse und es kann zu Baby-Akne auf Grund von zuviel Fenchel im Stilltee kommen. Ja, ja die lieben Kräuter… alles liebe dir und deinem Baby!

  2. Darf ich die Petersilien-Gojibeeren-Tee-Kur bei Blutarmut in der Schwangerschaft machen?
    Danke für diesen überaus interessanten Artikel!!
    Lg Mo

    • Pascale Neuens Mai 30, 2017

      Liebe Mo, danke für deine spannende Frage: Petersilie bewegt in großen Mengen den Uterus (und stoppt den Milchfluß – für später), dh ich würde dir nicht empfehlen morgend, mittags und abends eine Schüssel Petersilien-Salat zu essen oder -Suppe zu geniessen.
      1-2 Sträusschen im Tee haben diese Wirkung nicht, dennoch würde ich achten: spürst du dass Unruhe reinkommt, lieber die reinen Gojibeeren verwenden und dazu regelmäßig grünes Blattgemüse und etwas rotes Fleisch. Es kommt natürlich auch auf die Phase deiner Schwangerschaft an, in welcher Woche du bist…? glg Pascale

    • Pascale Neuens August 25, 2017

      Liebe Brita, ja das kannst du, aber wenn es definitiv um Blutaufbau geht, dann rate ich dir davon ab. Aus TCM Sicht sind Gojibeeren am Besten für den Blutaufbau, Berberitze finde ich in keiner Klassifizierungsliste, aber ich würde mal sagen, bei der Berberitze ist das Sauere stark im Vordergrund, aber nicht so sehr das Nährende. Cranberry sind auch eher bitter-sauer, sind wirken gut auf den unteren Erwärmer und leiten Hitze aus der Blase aus. Ich hoffe das hilft dir weiter, glg Pascale

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