Kartoffelteig-Pizza – glutenfrei, schmeckt groß und klein!

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Kommt dem Original optisch ziemlich nah …

Die Sache mit dem glutenfreien Teig: in meinem vorletzten Beitrag bin ich näher auf Unverträglichkeiten eingegangen und habe dabei auch dargestellt was Weizenmehl aus der Sicht der TCM in unserem Körper macht und warum wir Mehl und Brot bei unserem heutigen Lebensstil nicht zu häufig essen sollten und jetzt komme ich mit der Pizza daher …

Dazu muss ich etwas ausholen: wie alle Kinder mögen auch meine Pizza sehr gerne und mit meinem Selber-Mach-Fimmel habe ich echt einige gesünderen Varianten durchgespielt, auf der Suche nach einem glutenfreien Rezept, das an die köstliche Pizza aus dem Jamie Oliver Buch „Kochen für Freunde“ herankommt. Vergeblich! Wir haben das so gelöst, dass der glutenverträgliche Teil der Familie ab und zu zum hippen Italiener dinieren geht, während ich mich anderwärtig beschäftige… auch ok!

Wobei ich sagen muss, dass ich der lowcarb Karfiol-Methode schon einiges abgewinnen konnte, aber natürlich kann sie nicht mit dem simplen Gemisch aus Mehl, Wasser und Hefe mithalten und der große Nachteil des niedrigen Kohlenhydrate-Anteil: die Kids sind kurz nach dem Essen wieder hungrig gewesen …

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Also was genau veranlasst mich heute einen Pizzabeitrag zu schreiben? Eine Leserin hatte mir geschrieben, dass ihr Kind eine Glutenunverträglichkeit hat und ob ich nicht ein Pizza-Rezept für sie hätte. Aus diesem Grund hatte ich nochmal alle Alternativen durchgespielt und bin in meiner Rezepte-Sammel-Lade über ein abgelichtetes Kartoffelteig-Rezept gestolpert, das es noch auszuprobieren galt. Auch wenn es sich nicht um den typischen Hefe-Pizza-Teig handelte, waren wir uns alle einig, dass dieses Rezept eine wirklich gute Alternative bot und da es kaum Mehl beinhaltete, ist es meiner Meinung nach (je nach Belag) durchaus TCM-tauglich.

Als ich dann neulich am schulfreien Tag aus Zeitgründen kurz überlegte, den Kids etwas zu bestellen und mich selbst mit vorrätigen, vorgekochten roten Rüben und Spinat zu verpflegen, meinte die ernährungsbewusste Tochter kurz entschlossen: „Ich übernehme das Kochen. Wie geht noch mal dieser Pizza-Teig, von dem dir nicht schlecht wird und der gar nicht übel war?“ Sie meinte die Kartoffel-Teig-Variante und ich deutete ihr Angebot als echten Liebesbeweis und stimmte der Idee freudig zu. Dass sie dann noch den Bruder schnappte und gemeinsam foodbloggen spielten um mir ein Video zu erstellen, ließ mein Mutterherz vor Glück fast durchdrehen und beschert euch heute, die TCM-igste aller Pizzen! Applaus und Danke an Emilie und Lino!

Zutaten für 1 große Pizza, die 3 Personen sättigt (der hungrige Papa hatte Dienst):

Für den Teig:
750 g mehlige Kartoffeln

85 g Kartoffelstärke
1 Ei
2 EL Olivenöl
1/2 TL Oregano
1 TL Salz
Pfeffer
2 Prisen Muskatnuss
Belag nach Wahl! Bei uns waren es Salami und Parmesan, sowie vorgekochte rote Rüben und Spinat.

Für die Sauce:
500 g passierte Tomaten
1 Zehe Knoblauch
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 El Oregano

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Kartoffel in Salzwasser mit der Schale kochen.

Währenddessen die passierten Tomaten mit etwas Olivenöl und Oregano, Salz und Pfeffer circa 10 Minuten einkochen. Knoblauch fein hacken und hinzugeben, abschmecken und beiseite stellen.

Backrohr auf 200° vorheizen.

Kartoffeln abgießen, trocknen und etwas abkühlen lassen. Schälen und durch eine Presse drücken oder stampfen. Nicht zu lange stampfen, damit der Teig nicht gummig wird! Stärke, Ei, Olivenöl, Oregano, Muskatnuss, Salz und Pfeffer zugeben und zu einem homogenen Teig vermischen. Ein Backpapier auf das Backblech legen und den Teig mittig positionieren. Ein zweites Backpapier mit etwas Olivenöl bestreichen und über den Teig geben. Mit dem Nudelholz auf circa 0,5 cm ausrollen. Das obere Backpapier abziehen.

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Tomatensauce auf dem Teig verteilen und 30 Minuten backen. Wenn Salami,Schinken oder Mozzarella im Spiel sind, diese Zutaten nun auflegen und weitere 10 Minuten backen. Wenn die Pizza mit roten Rüben und Spinat belegt wird, einfach 40 Minuten durchbacken. Während der Backzeit die vorgeschälten roten Rüben in feine Streifen schneiden oder durch einen Spiralisierer drehen und ganz leicht marinieren (zB mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und Zitronensaft). Den Spinat putzen und waschen und 4 Minuten mit etwas Wasser in einen Topf geben und zusammenfallen lassen und würzen. Bei uns belegte jeder sein Anteil nach Lust und Laune. Rate mal was wem gehört…?

Mangels Vorrat, verzichten wir auf Mozzarella, Emilie verwendet dafür etwas Feta auf ihrem Stück und wir reiben ein paar Parmesanspäne zum Schluß über das Gesamtkunstwerk – für den Geschmack.

Falls du dich für den Spiralisierer interessierst, ich habe mir nach langem Überlegen auf Empfehlung meiner Nachbarin dieses Modell gekauft. Es hat den Vorteil, dass man es zerlegen kann und es daher nicht soviel Platz beansprucht, dafür kommt das Gemüse unten raus und man kann nicht in eine Schüssel hinein spiralisieren, was mich aber wenig stört…

Wenn dir meine Beiträge Lust machen, deine Ernährung umzustellen, du aber nicht weißt wie du das schaffen kannst, bis 15.12.16 gilt noch der Frühbucher-Tarif für meinem nächsten 30 Tage – fit essen Kurs (Online und Präsenz Varianten)!

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heimlich beim making-off durch die neugierige Mama fotografiert…

Aus der Sicht der TCM:

Lebensmittel in ihrer ursprünglichen Form verwenden – das ist TCM! Wenn Lebensmittel verarbeitet werden, verändert sich ihr thermisches Verhalten und im Fall von Mehl ist dieses stets wärmer als das Getreide in seiner Urform und baut daher weniger Säfte auf.

Isst man Pizza selten und in bester Qualität, könnte man aus TCM Sicht sagen, dass der austrocknende Teig durch den saftigen Belag ausgeglichen wird. Mit Weizen und Mozzarella sind bei der klassischen Pizza aber 2 Komponenten im Spiel die Feuchtigkeit machen und somit Mitbegründer von Unverträglichkeiten sind. Ich habe dem Teig etwas Muskatnuss gegen die Feuchtigkeitsbildung hinzu gefügt. Auch Oregano übernimmt diese Funktion. Bei der herkömmlichen Pizza zehrt Weizenmehl von unseren Säften, statt welche zu bilden. Es macht Sinn, Gemüse, Antipasti oder im Sommer einen Salat zur Pizza dazu zu essen.

Kartoffeln sind thermisch neutral und schmecken süß. Sie tonisieren das Milz Qi, stärken unsere Verdauungskraft und schmeicheln dem Magen. Bei Feuchtigkeit und Schleimerkrankungen wird von Kartoffeln abgeraten. Kartoffeln sind Nachtschattengewächsen und diese neigen dazu rheumatische Schübe auslösen.

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Die Ernährung nach TCM dient der Gesunderhaltung und der Harmonisierung der körpereigenen Heilungskräfte. Meine Rezepte sind kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Behandlung, sie erfüllen keine medizinischen Zwecke.

Kommentare 6

  1. Also wer da nicht Lust auf Pizza bekommt… ich geh gleich mal Kartoffel kaufen 🙂 Gratulation an die beiden Jungköche und Filmmeister!!! Ursi

  2. Hmm, das sieht köstlich aus!! Das werde ich ausprobieren!
    Du hast 2 nette KöchInnen zur Hilfe!!!

  3. Perry Ode Oktober 5, 2017

    Zum Thema „salzen von Pellkartoffeln“ folgende Anmerkung.
    Ich habe mal beobachtet wie jemand Salz zum Kochwasser für Pellkartoffeln gegeben hat. Ich habe mir so gedacht die Pelle ist doch an den Kartoffeln damit nichts eindringen kann und wollte es genau wissen. Also nahm ich einen kleinen Topf, bedeckte den Boden mit sechs kleinen Kartoffeln, füllte Wasser auf bis die Kartoffeln bedeckt waren und fügte eine Handvoll grobes Meersalz, ca. 5-6 Esslöffel, hinzu. Die Kartoffeln wurden gekocht, in Eiswasser abgeschreckt und gepellt. Als ich die Pellkartoffeln anschließend probierte musste ich diese Salzen weil sie nach NICHTS schmeckt haben.

    • Pascale Neuens Oktober 6, 2017

      Liebe(r) Perry, zuerst einmal tut es mir leid, dass ich nicht weiß ob du männlich oder weiblich bist. Mich ärgert es immer, wenn ich mit Herrn angesprochen fühle, daher ist mir das jetzt echt unangenehm…
      danke für deinen Bericht – den Gedanken finde ich spannend und ich gebe zu, bis jetzt habe ich gar nie darüber nachgedacht, sondern es einfach so gemacht wie ich es von meiner Mama gelernt hatte, sprich mit Salz. Nun habe ich in meiner Bibel nachgeschlagen, dem Larousse Gastronomique aus dem Jahr 1938, laut diesem werden pommes der terre en robe des champs – also „Kartoffeln im Kleid des Feldes“ in Salzwasser gekocht… vermutlich ist es Geschmackssache oder Routine…
      Bei meinen nächsten Kartoffeln werde ich es ausporbieren, glg Pascale

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