Reflux, Sodbrennen – wenn der Magen die Orientierung verliert!

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foodblog, fit essen, TCM Rezepte, Reflux, Sodbrennen, Sellerie, Dille, besser essen, glutenfreiSodbrennen wird durch den Rückfluss (Reflux) des sauren Mageninhalts in die Speiseröhre hervorgerufen. Schätzungen zufolge tritt bei etwa sieben Prozent der österreichischen Bevölkerung tägliches Sodbrennen auf. Die Hauptursache des Rückflusses ist aus westlicher Sicht auf die Erschlaffung des unteren Schließmuskel der Speiseröhre zurückzuführen. Dieser Muskel verhindert im Normalfall das Zurückfließen des Mageninhalts. Der Speisebrei (speziell die Magensäure) reizt die Schleimhäute der Speiseröhre, was zu den typischen Beschwerden wie Aufstoßen, Brennen in der Brust- und Rachengegend, verschiedene Schmerzen im Oberbauch, Völlegefühl, Erbrechen und Übelkeit führt.

Mehr wissenswerte Informationen aus westlicher Sichtweise, sowie Behandlungs- und Präventionsmöglichkeiten findest du auf fitundgesund.at. Eine interessantes Portal zum Thema Gesundheit. Ich habe den Artikel zum Anlasse genommen, das Phänomen des Reflux aus chinesischer Sichtweise zu beleuchten.

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Die 5 Geschmäcker und was man bei Sodbrennen/Reflux beachten sollte!

Aus Sicht der TCM ist die Energie des Magens nach unten ausgerichtet, um den Speisebrei den Verdauungstrakt `hinunterzuleiten`. Daher spricht man bei Reflux, Sodbrennen von rebellierendem Magen-Qi, sprich der eigentlichen Richtung gegenläufig. Zu Grunde liegt aus Sicht der TCM häufig eine Nahrungsstagnation (der Speisebrei wird nicht entsprechend weitergeleitet) oder ein Magen Feuer (der Magen ist zu heiß).  Eine genaue Diagnostik hilft um mit der Ernährung gezielt dagegen vorgehen zu können.

Entsteht das Sodbrennen auf Grund einer Nahrungsstagnation im Magen, liegt die Ursache zumeist in hastigem Essen, Überessen und zu wenig Ruhe beim Essen (Geschäftsessen, Diskussionen, Zeitdruck). Der Magen kann aber auch durch eine schlechte Qualität der Ernährung oder  unregelmäßig eingenommene Mahlzeiten geschwächt sein. Die Folgen können Appetitlosigkeit, Völlegefühl,  Mundgeruch, Schlafstörungen mit Atemproblemen, Herzrasen und Kurzatmigkeit sein. In dem TCM Bild für die Verdauung (Kessels über einem Feuer), stellt der Magen den Topf dar. Um als „Kochtopf“ agieren zu können, braucht der Magen es saftig. Das erreichen wir mit einem gesteigerten Gemüseanteil und idealerweise einer saftigen Zubereitungsform wie dämpfen, garen, oder suppig kochen. Man empfiehlt zudem Ruhe beim Essen, kleinere Portionen (bzw. aus wenig Zutaten bestehend) und regelmäßige Mahlzeiten!

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Hat das Aufstoßen/Sodbrennen als Ursache Magen Feuer so ist dies meist begleitet von einem brennenden Schmerz im Bauchraum, Heißhunger, Verlangen nach kalten Getränken und oftmals mit Zahnfleischentzündungen, Mundgeruch und Verstopfung gepaart. Zu Grunde liegen kann ein zu viel an thermisch heißer Nahrung (Fett, Gewürze, Kaffee, Schnaps, …), Rauchen und Stress.
Zu viel Unbekömmliches, Austrocknendes wie Kaffee und Gegrilltes, stark gewürzte Speisen ohne erfrischende Beilagen, trocknen den Magen aus und er wird „heiß“. Westlich entspricht dieses Bild einer „Gastritis“. 

Um die Energie des rebellierenden Magens (Reflux, Sodbrennen) wieder in die richtige Richtung zu bringen, arbeiten wir in der TCM mit dem Geschmack der Lebensmittel. Dieser ist ausschlaggebend für die Wirkrichtung eines jeden Nahrungsmittel. Speisen die nach den 5 Elementen zusammengestellt sind, enthalten immer eine Komponente pro Organkreis. Um eine bestimmte Wirkung zu erzielen betont man den jeweiligen Geschmack.

Der natürlich süße Geschmack von Gemüse, Obst und Getreide tonisiert die Flüssigkeit im Körper und unterstützt die Verdauung. Er stützt den Funktionskreis Erde mit den Organen Milz und Magen, auch die Muskeln werden über den süßen Geschmack adressiert und gestärkt. Daher kann auch ein warmes Frühstück auf Dauer gegen Reflux helfen.

Im Fall einer Stagnation kann die bewegende Eigenschaft des scharfen Geschmacks (Knoblauch, Chili, Ingwer, Zwiebel, Rettich, Kresse, Radieschen…) hilfreich sein, um die Stagnationen zu lösen. Der bittere Geschmack in Form von Kräutern und Blattsalaten, regt die Transformation an und wirkt abführend, absenkend. Da er zugleich austrocknend wirkt, bedarf es der sauren Komponente (1 Spritzer genügt) zur Bewahrung der Säfte.

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Bei chronischen Magenproblemen lautet die Kochmethode der Wahl dämpfen! Ideal sind fleischlose Mahlzeiten bestehend aus einer Miso- oder Basensuppen, saftig gegartem Gemüse (Mangold, Champignons, Zucchini, Karotten) mit Tofu und bitteren Kräutersalaten, dazu Polenta oder Reis, eventuell eine Sauce aus Mandel- oder Sesammus!

Im Fall des Magen Feuers verwendet man überwiegend kühlende Lebensmittel, die die Hitze kühlen und die Energie absenken, nach unten leiten. Rohkost und Smoothies sind zu gewissen Teilen empfehlenswert. Der Verzicht auf die abendliche Mahlzeit. und das Vermeiden von Stress und Anspannung können heilsam sein.

Auf stark erwärmende, erhitzende und stark säurehaltigen Speisen sollte verzichtet werden: geröstete Nahrungsmittel, Frittiertes, Gegrilltes, Wurst, Käse, häufige Brotmahlzeiten, geräucherte und überbackene Speisen, Pizza, Fertiggerichte, üppige, späte Abendmahlzeiten, große Mengen Soda-Zitron, Yogitee und Alkohol gehören nicht auf die Tagesordnung. Trockene Speisen wie Reiswaffeln und Genußmittel wie Zigaretten und Schnaps sind kontraproduktiv.

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Selleriesalat mit Dille und Granatapfel:

1/2 Knolle Sellerie, gerieben oder geraspelt
4 Stangen Staudensellerie,  am besten aus dem Herzen
1/2 Granatapfel
1 handvoll rote Trauben
1/2 Bund Dille
Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer für die Marinade

Den Knollensellerie schälen und reiben oder raspeln und in eine große Salatschüssel geben. Den Staudensellerie waschen und in ganz feine Scheiben aufschneiden und hinzufügen. Sollten keine zarten Stangen aus dem Herz vorhanden sein, die Fasern entfernen! Die Kerne des Granatapfels auslösen und 3/4 mit 1 Handvoll abgelösten roten Trauben (ich habe die köstlichen Chasselas verwendet) zum Sellerie geben. Die Dille waschen, fein hacken und ebenfalls untermischen. Alle Zutaten für die Marinade vermischen und über den Salat geben. Eine längere Marinierzeit lässt die Aromen zur Geltung kommen. Nach dem Anrichten auf den Tellern mit den restlichen Granatapfelkernen dekorieren. Dazu passt etwas Feta oder Ricotta!

Der Salat kann, für eine vollständige Mahlzeit, mit vorgekochter Hirse, Gerste, Emmer oder Coucous gemischt werden und ist in dieser Kombination auch als Frühstück empfehlenswert. Verfrorene Naturen ohne Magenprobleme sollten etwas Sternanis in die Marinade geben und den Salat um diese Jahreszeit nicht als Hauptmahlzeit genießen und oder noch besser den Sellerie vorm Marinieren dünsten!

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Aus der Sicht der TCM:

Sellerie und Stangensellerie sind die Gemüsesorten um Hitze und Feuer zu reduzieren bzw zu eliminieren. Ob bei Kopfschmerzen, Augenentzündungen, Aphten, Akne, Bluthochdruck, Reizbarkeit, Miktionsstörungen, oder Magen Feuer, Sellerie kühlt die Hitze! Daneben vermag er auch Nässe zu trocknen und wirkt bei Entzündungen, Gicht, Rheuma, Artitritis und Ausfluß. Er bewegt das Qi und senkt es ab.

Dille ist scharf und zerstreut. Er senkt das Magen Qi ab und wirkt Stagnation entgegen, hilft bei Übelkeit und Brechreiz. Er ist warm und fördert darüber die Umwandlung des frischen Selleries. Er hilft bei Koliken, wirkt entkrampfend.

Granatapfel und Trauben wirken bei Säftemangel und Trockenheit! Sie tonisieren das Yin. Sie sind reich an Antioxidantien und helfen freie Radikale zu eliminieren.

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Die Ernährung nach TCM dient der Gesunderhaltung und der Harmonisierung der körpereigenen Heilungskräfte. Meine Rezepte sind kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Behandlung, sie erfüllen keine medizinischen Zwecke.

Kommentare 2

    • Pascale Neuens Dezember 20, 2016

      Hallo Gaby, danke für die Idee zu einem neuen Beitrag, ich werde das Thema Verstopfung auf meine Redaktionsliste setzen!
      Am ehesten findest du hier noch Infos, glg Pascale

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