Meine Geschichte

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pascale neuens in neuensausderkueche

die Entstehung meines foodblog – und über kochen mit Liebe

Ich lese Kochbücher! Damit wir uns richtig verstehen, ich schaue mir Kochbücher nicht nur an, ich stöbere darin nicht nur nach Rezepten, nein, ich verschlinge jedes Wort, von vorne bis hinten. Gute Kochbücher sind für mich spannender als viele Romane. Diese Leidenschaft verfolgt mich seit meiner Studienzeit.

Aufgewachsen bin ich bis zu meinem 19. Lebensjahr in Luxemburg. Tauscht man unter Luxemburgern Urlaubserlebnisse aus, so fehlt niemals die Frage: „Und, was gab es zum Essen?“

Als ich vor 24 Jahren nach Österreich kam, war ich regelrecht geschockt, als ich feststellte, dass viele meiner Studienkollegen ihre Mahlzeiten einfach schnell und billig in der Mensa einnahmen, ohne sich dafür zu interessieren, was auf dem Teller landet, wie es schmeckt, und was der Nachbar sich „gegönnt“ hat. Vielfalt, Geschmack, Genuss und `das gute Gespräch` sind für mich seit meiner Kindheit unweigerlich mit dem Essen verbunden. Die `bloße Nahrungsaufnahme` hat es bei uns zuhause nicht gegeben. Ganz am Anfang unserer Beziehung schaute mich mein Lebensgefährte verträumt an und meinte: „Du bist die erste Frau, die für mich kocht!“ Mittlerweile sind 18 Jahre vergangen, und wir geniessen nach wie vor die meisten Mahlzeiten zusammen.

Damals studierte ich also Architektur, kochte für Freunde, machte Sport, ging auf Partys und genoss das Leben.
Ich begann als Architektin zu arbeiten, kochte für Freunde, machte etwas Sport, ging weniger auf Partys und genoss das Leben.
Ich arbeitete viel, wurde innerhalb 3 Jahren zweifache Mutter, kochte für meine Familie und Freunde, machte keinen Sport, ging kaum auf Partys und dachte, das Leben nach wie vor zu genießen.
Von einem Tag auf den anderen plagten mich Übelkeit und Verdauungsbeschwerden. Ich wurde dünner, war unfassbar müde, wusste nicht mehr was ich essen konnte. Ich war ratlos und traurig: warum passierte mir als leidenschaftlicher Köchin das? Mir als jemand, der sich nie von Fastfood, Mensa und Tiefkühlkost ernährt hatte?

Schulmedizinisch litt ich an einer Histamin-, Fruktose- und Laktoseintoleranz und bekam 3 Listen mit zu vermeidenden Lebensmitteln. Da es mir besonders schlecht ging, wenn ich Pasta oder Brot aß, mied ich zusätzlich glutenhaltige Produkte. Schnittmenge der übrigbleibenden Nahrungsmitteln nach Abzug sämtlicher Vermeidungslisten: Reis mit Karotte und Zucchini, etwas Huhn und noch ein paar andere wenige Dinge.

Als sich mein Zustand trotz strenger Diät nicht besserte, landete ich schlussendlich in einer TCM Praxis und wurde mit Kräutern und Akupunktur behandelt. Zum ersten Mal interessierte sich die Ärztin dafür, was ich denn so aß und gab mir Tipps. Ganz langsam ging es bergauf. 2 Jahre und eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin nach TCM später, fühle ich mich wieder richtig fit, und ich koche immer noch leidenschaftlich gerne – wenn auch etwas anders…

Ich habe vieles an unserer Ernährung umgestellt. Ich habe gelernt, dass man seinen Körper auch mit dem „besten Essen“ überfordern kann, wenn man es übertreibt! Meine Lust am Experimentieren mit Lebensmitteln und das Ausprobieren neuer Geschmackskombinationen, sowie mein neues Wissen über die Lebensmittel Wirkung und die Zubereitungsweisen beeinflusst mich stark in der täglichen Essenszubereitung. Ich habe gelernt meinen Körper wahrzunehmen, auf ihn zu hören, und esse jetzt meiner Konstitution entsprechend viel ausgewogener – mehr Gemüse und weniger Milchprodukte. Zucker verwende ich in unserer Familienernährung sparsam. Die gemütlichen Essen im Rahmen der Familie und mit Freunden finden nach wie vor statt, kochen mit Liebe ist teil unseres Familienlebens und was dabei jetzt bei uns auf den Tisch kommt, stelle ich im Rezepteil dieses TCM foodblog „fit essen – kochen mit Liebe“ vor.

Viel Spaß beim lesen und Stöbern!
Pascale Neuens