Erbsen(er)zählerei und zweierlei von der Erbse

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Wo kommen die Erbsen her? Diese Frage werde ich kommende Woche in der Klasse meines 9 jährigen Sohn Lino stellen und bin auf die Rückmeldungen gespannt. Ich vermute die häufigste Antwort wird lauten: aus dem Tiefkühler. Einige werden vermutlich nicht wissen was Erbsen sind und kaum jemand wird diese kleinen, grünen Kugeln mit einem arbeitsamen Fernsehnachmittag in Verbindung bringen. Das ist meine ganz persönliche Assoziation zu diesem zarten Gemüse der Extraklasse.

In der wunderbarsten Jahreszeit, wo alles strahlend grün, saftig und in voller Pracht steht, verbrachten meine Eltern einen Großteil ihrer Freizeit mit Gartenarbeit. Statt sich Gedanken zu machen, wie sie uns Kinder währenddessen vom Bildschirm fernhalten konnten, wurden wir mit Berge frischer Erbsen vor den Fernseher gesetzt und durften erst aufhören zu schauen, wenn alle Erbsen geschält und die Madigen entfernt waren. Dieses war der schwierigste Teil der Arbeit, auf den Bildschirm zu schauen und gleichzeitig die Erbsen zu kontrollieren, damals wie heute war ein gewisses Talent zum Multitasking gefragt. Das Programm wie könnte es anders: Unsere kleine Farm, Folge 835…

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Dieser Bilder tauchten am vergangenen Wochenende aus meiner Erinnerung auf, als wir uns gemütlich im Garten räkelten und das Landleben der Extraklasse bei unseren lieben Freunden im Waldviertel genossen. Wir hatten mit den Kindern gemeinsam am Fußballfeld herumgetollt und die Vorfreude auf die verlockend duftende Kalbsstelze aus dem Backrohr war schon riesig. Als diese dann in Begleitung der grasgrünen Erbsenbeilage zu Tisch getragen wurde, gab es bereits vorm Essen großes Lob für die wundervolle Köchin. Dass der Geschmack der Optik nicht nachstehen würde, darauf kann man sich bei Lisi ohnehin verlassen und nach dem Verzehr waren wir nur noch sprachlos, hin und weg, einfach köstlich! Danke nochmal für das Wochenende und das Einverständnis die stimmige Kombi mit meinen LeserInnen zu teilen.

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Erbsenpürée (2-3 Portionen als Beilage)
300 g Erbsen, frisch oder tiefgekühlt
100 g Zuckerschoten
1 Schalotte
70 ml Kokosmilch, Lisi hat Schlagobers verwendet!
1 EL Zitronensaft und ½ TL Zitronenschale
etwas Petersilie oder Koriandergrün
Salz, Pfeffer

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Erbsen in Salzwasser 4 Minuten kochen, abseihen und mit der Kokosmilch oder dem Schlagobers zurück in den Topf füllen. Mit dem Pürierstab fein mixen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf den Tellern anrichten.

Zuckerschoten von den Blütenständen und Stengeln inklusiver „seitlicher Fäden“ befreien und der Länge nach in feine Streifen schneiden. Butter in einer Pfanne zerlassen, klein gehackte Schalotte und Zuckerschoten circa 4 Minuten anschwitzen. Mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft und -schale abschmecken und über dem Pürée anrichten. Großzügig mit fein gehackter Petersilie oder Koriander bestreuen.

Dazu schmecken gebratene Tomaten, Polentaschnitten, geräucherte Fischfilets oder eben wie in unserem Fall jede Art von Fleisch.

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Aus der Sicht der TCM:

Nachdem mir öfters die Frage nach Tiefkühlgemüse aus der Sicht der TCM gestellt wird, ist die Erbse wohl das ideale Beispiel um darauf einzugehen. Wir erinnern wir uns an die Theorie der 5 Elemente: Grün ist die Farbe der Leber und die Leber ist für den freien Fluss der Energie zuständig und sorgt für Harmonie im Körper. Nachdem Gesundheit mehr umfasst als gutes Essen alleine, können Tiefkühlerbsen – sofern die dadurch gewonnene Zeit richtig eingesetzt wird –  alles andere als Qi arm sein. Voraussetzung: die Zeit wird für eine Leber entspannende Aktivität zB gemeinsamer Spaß im Grünem verwendet.
Wichtig: der Tiefkühlanteil sollte dennoch nicht zu hoch sein und die Entspannung keines Falls zu kurz kommen, dann sind wir  genau in unserer Mitte…so leicht ist TCM!

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In bäuerlichen Kulturen waren Erbsen stets ein wichtiges Lebensmittel, da sie bereits vor Einzug der Tiefkühltruhe durch trocknen gut haltbar gemacht werden konnte und für den Winter als pflanzliches Eiweiß zur Verfügung standen.

Erbsen tonisieren, regulieren und bewegen das Qi und harmonisieren die Mitte. Sie helfen bei Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Energiemangel und ganz wichtig: sie wirken wenn ein zu stressiger Lebenswandel auf den Magen schlägt, lindern Übelkeit, Aufstossen und sonstige Verdauungsstörungen, regulieren den Stuhlgang und den Milchfluß! Frische Erbsen leiten Feuchtigkeit aus, wirken diuretisch und nähren gleichzeitig die Säfte und bewahren vor Trockenheit! Hier wird empfohlen das Kochwasser nicht wegzuschütten sondern mit zu trinken!

Laut dem Buch „Chinesische Diätetik“ von Ute Engelhardt und Carl Hempen hilft bei Brechdurchfall  auf Grund einer Feuchtigkeitsblockade vor allem die Kombination mit Koriandergrün. Dazu 120 g Erbsen mit 60 g Koriander in etwas Wasser kurz kochen und auf 3 Portionen verteilt über den Tag verteilt zu sich nehmen um die Mitte und den Magen zu stärken und Feuchtigkeit auszuscheiden!

Getrocknete Erbsen hingegen sind schwer verdaulich und können zu Verdauungsporblemen und Blähungen führen. Hier kommt es auf die Kombination mit den richtigen Gewürzen an, aber das besprechen wir dann im Winter beim Rezept für „Iebessebulli“!

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Die Ernährung nach TCM dient der Gesunderhaltung und der Harmonisierung der körpereigenen Heilungskräfte. Meine Rezepte sind kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Behandlung, sie erfüllen keine medizinischen Zwecke.

Kommentare 3

  1. Das Rezept kommt wie gerufen!! Ich koche am Montag für 40 (!! OoO) Leute und habe gerade überlegt, dass ein Erbsenpüree da fein wäre – geht schnell und passt zu vielem dazu! Danke für die Inspiration und die Fotos sind diesmal besonders schön <3

    • Pascale Neuens Juli 2, 2016

      Wauh, ich schätze da wirst du auch auf Tiefkühlerbsen zurückgreifen, bei 40 Personen!
      viel Vergnügen und gutes Gelingen!

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