G wie Grübeln und glutenfreies Brot

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Die Qual der Wahl. Wir haben alle Möglichkeiten der Welt. Sobald wir uns für ein Thema interessieren, werden wir mit Informationen aus diesem Bereich überschüttet. Googlest du einmal gesunde Ernährung, dreht sich kurze Zeit später in deinen diversen Newskanälen alles nur mehr um Ernährung und vermutlich bist du bald verwirrter als zuvor 🙂 und hast noch weniger Zeit um in die Umsetzung zu gehen, weil du das ja zuerst mal überdenken, überprüfen und verarbeiten musst, ehe du irgendetwas ändern kannst oder willst.

Vor 200 Jahren war alles anders. Gegessen wurde was auf den Teller kam und Platz für Optionen gab es viel weniger im Leben. Wurde man zum Beispiel als Kind eines Landwirten geboren, hatte man vermutlich wenig Optionen außerhalb der Landwirtschaft. Wahrscheinlich wusste man nicht einmal Bescheid über die Möglichkeiten außerhalb der Landwirtschaft. Und so richtete man sein ganzes Leben darauf aus, alles zu optimieren was es für eine gute Landwirtschaft brauchte. Und es gab nichts „zu verpassen“.

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Auf eine bizarre Weise konnten die Menschen damals „alles haben“. Sie hatten alles auf Grund der Tatsache, dass es nichts anderes für sie gab. Das Leben war oft hart und es gab viel zu tun, aber es war kein Platz für Überforderung. Überfordert sein im Sinne von nicht wissen was zu wählen ist. Wir haben ständig unbegrenzt viele Möglichkeiten und müssen uns entscheiden. Das kann sehr viel Druck machen. Entscheidungen belasten die Gallenblase und Druck geht auf die Leber. Die häufigste TCM Diagnose bei meinen Kundinnen im Alltag lautet: Leber Qi Stagnation und schwache Mitte.

Was hat denn nun die schwache Mitte mit der Leber Qi Stagnation – dem gestauten Energiefluss – zu tun?

Wenn wir keine klaren Entscheidungen treffen können, fangen wir an im Kreis zu denken, zu grübeln. Und grübeln schadet unserer Mitte. Grübeln belastet stärker als jede andere Emotion, ja vielleicht sogar stärker als schlechtes Essen, unsere Verdauung – unser Erd-Element – die Drehscheibe unserer Gesundheit und damit unser Wohlbefinden allgemein. Wenn wir im Kreis denken, verknotet sich das Qi (Energie). Der Energie Fluss gerät ins Stocken weil wir zu keiner Lösung kommen. Es gibt keinen Grund mehr Energie zu haben, wenn ohnehin keine Tätigkeit folgt.

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Was ist notwendig um den Knoten zu lösen? Wie bringen wir die Energie wieder zum Fließen und uns wieder ins Gleichgewicht, zurück in unsere Mitte? Das Zauberwort lautet Kontemplation!

Kontemplation steht meiner Meinung nach für das exakte Gegenteil von Grübeln. Bei der Kontemplation richten wir den Blick auf das Wesentliche und erlangen daraus Erkenntnis. Dabei ist unsere Intuition eingebunden und wir entscheiden aus unserem Inneren heraus. Ohne denken. Ohne tun. Wie von Geisterhand gelenkt, wissen wir was zu tun ist. Das ist die Magie.

Beim Grübeln, oder im Kreis denken, ist unser Verstand eingebunden, wir denken und bemühen uns um Erkenntnis – klingt anstrengend oder? Wir führen Listen, überlegen rauf und runter, hin und her, was uns weiterbringen könnte und gelangen dabei immer wieder an den gleichen Punkt. Wir zweifeln, kommen zu keiner Lösung, verzweifeln und machen uns fertig!

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Wie können wir das ändern?

So stärkst du deine Mitte auf allen Ebenen:

  1. Iss bekömmlich! Bekömmlich heißt, das was dir persönlich gut tut. In deinem Rhythmus. Iss möglichst viele frisch zubereitete Mahlzeiten ohne Zusatzstoffe, viel Gemüse usw. Zu meinem 5 Schritte Plan.
  2. Stell dir zuerst die Frage nach dem Wesentlichen. Die Frage nach dem Wichtigen und dem Dringenden kommt erst danach.

Zum Thema Wesentlichen hole ich etwas aus:

Hätte ich mir während meinem Studium die Frage nach dem für mich Wesentlichen gestellt, hätte ich erkannt, dass das was mir am allermeisten Freude bereitete, das gemeinsame Mittagessen mit Kollegen und Kolleginnen war. Wenn ich Freunde und Freundinnen in meine, direkt am Naschmarkt gelegene Studentenbude mitnahm und für sie aufkochte, dann war ich glücklich. Während sie aus dem Staunen nicht rauskamen was ich alles zauberte, wie viel Zeit ich mir zum Kochen nahm, war es für mich selbstverständlich.

Jahre später, gegen Ende des Studiums, in meinem Austauschjahr in Marseille, durfte ich diese Freude neu erfahren. Nämlich genau anders herum. Indem die Franzosen mir wieder beibrachten, dass zwischen 12.00 und 15.00 Mittagspause sei: Zeit um gemeinsam zu kochen, zu essen, zu sitzen und sich auszutauschen.

Bei mir hatte sich inzwischen die Überforderung ausgebreitet. Dabei hatte die Unsicherheit ihren Kumpanen, den Perfektionismus zu mir eingeladen. Wenn ich schon nicht wusste warum ich Architektur studierte, so wollte ich es wenigstens gut tun. Und das kostete Zeit, sehr viel Zeit. Zeit zum Essen blieb wenig und wenn ich sie mir nahm, hatte ich ein schlechtes Gewissen dabei.

Jahre später, als ich mir – mit meinem 30 Stunden Job und 2 kleinen Kindern die pünktlich abgeholt werden wollten – wieder keine Zeit zum Mittagessen nahm, wurde ich schmerzhaft daran erinnert. Mein Körper trat endgültig in den Streik und verweigerte Nahrung generell bzw wandelte sie nicht mehr um. Der Zeitdruck gepaart mit der Sinn Frage, hatte mich meine Gesundheit gekostet.

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Styling Evelyne Zemplenyi, Geschirr Mano Design Wien

Ich habe es geschafft, ich habe einen Weg gefunden das mir Wesentliche in die Welt hinaus zu tragen. Ohne glasklare Nahrung, das was mir gut tut und für mich bekömmlich ist – hätte ich diesen Weg vermutlich nie gefunden.

Viele Wege führen nach Rom. Wenn du hier mit liest, weil du mit deiner Ernährung und/oder Verdauung unzufrieden bist, dann ist mein Tipp: Fokussiere dich zuerst mal auf dein Essen. Stelle Klarheit auf deinem Teller und somit in deinen Gedanken her!

Wie das geht, das liest du hier in meinen Beiträgen oder indem du dich noch für Programm anmeldest, das Montag, 14.01.19 wieder startet. 6 Wochen lang kochen wir dich glücklich. Der Name ist Programm. Es geht nicht nur ums Kochen, sondern eben auch ums glücklicher werden. Dabei liegt das Glück im Wesentlichen. Und somit bekommst du beide Antworten in einem. Praktisch, oder?

Hier kannst du dich anmelden und noch 200€ sparen:
https://neuensausderkueche.com/6-wochen-praxis-programm/

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Und jetzt lass uns backen gehen. Diese glutenfreien Weckerl sind schnell fertig und schmecken 1A. Genau richtig fürs Sonntagsfrühstück zu meinem Linsen-Liptauer im Bild oder dem Ei im Glas mit Pilzen aus der Januar Ausgabe des TCM Magazins.

Eiweiß-Weckerl:

3 Eiweiß
1 Prise Salz
150 g Mandelmehl
25 g Flohsamen-Schalen
2 TL (gestr.) Weinstein-Backpulver
250 ml kochendes Wasser
nach Belieben zur Verzierung: 1 EL Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne oder Sesam

Den Backofen auf 170 Grad vorheizen.

Das Eiweiß steif schlagen, das Salz einrühren und kurz weiter schlagen.

Mandeln, Flohsamenschalen und Backpulver in einer Schüssel mischen. Das Eiweiß mit dem Knethaken unterziehen. Anschließend das heiße Wasser unter ständigem Rühren nach und nach zugeben. Es soll eine breiig-zähe Masse entstehen. Ich habe den Teig circa 10-15 rasten lassen.

Dann 6 Brötchen formen. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen und nach Belieben mit ein paar Kernen oder Sesamsamen bestreuen. Etwa 45 Minuten backen.

Dem Teig kann 1 TL Brotgewürze zur besseren Bekömmlichkeit zugeben (Fenchel, Kümmel, Anis) werden. Schmeckt auch herrlich zum Wintereintopf.

Ah ja und Gluten bedeutet Klebereiweiß und dass etwas was klebt nicht unbedingt hilfreich ist, wenn du einen Knoten auflösen willst, das leuchtet ein, oder?

KOCH DICH GLÜCKLICH IS(S)T GLUTENFREI!
Am Montag geht es los! 6 Wochen lang mehr Gemüse, weniger Brot!

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Die Ernährung nach TCM dient der Gesunderhaltung und der Harmonisierung der körpereigenen Heilungskräfte. Meine Rezepte sind kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Behandlung, sie erfüllen keine medizinischen Zwecke.

Kommentare 4

  1. …wunderbarer Artikel! Finde mich total wieder darin! Danke für’s Erinnern (ans Wesentliche) :)!

    • Pascale Neuens Januar 11, 2019

      Danke liebe Kirstin, das freut mich, dass du mit meinem Roman etwas anfangen kannst 😉 la Pascale

  2. Danke für den schönen Artikel und überhaupt für deine Arbeit. Dein Blog inspiriert mich immer wieder, an der Ernährung nach TCM dran zu bleiben und ich hab hier schon viel dazugelernt.
    Eiweissbrotrezepte hab ich noch nicht viele ausprobiert. Eines hatte mir gar nicht geschmeckt, das war mit Leinmehl. Das „Live-Changing-Bread“ hatte ich mir einige Male gebacken, kennst du das? Was machst du denn mit den übrigen Eigelben aus deinem Rezept? Liebe Grüße aus dem Allgäu.

    • Pascale Neuens Januar 12, 2019

      Liebe Dagmar, danke für dein Kommentar. Nein das LCB habe ich noch nicht ausprobiert… ich esse echt total selten Brot und mir fehlt es auch nicht wirklich. Du kannst zum Ausprobieren ja auch nur ein 1 Eiweiß nehmen und 2 Weckerl machen um zu sehen ob es dir schmeckt.
      Mit dem 1 Eigelb würde ich dann eine Mayonnaise machen zb. Die 3 Eigelb mische ich gerne mit eingeweichten Chiasamen und mach daraus Rührei zum Frühstück, dazu gibt es dann Hirse. Ganz liebe Grüße in den Allgäu, Pascale

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