Zweierlei Karotte – ein frisches, freches Mittagessen!

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Warst du immer schon eine Beilagen Esserin und nicht so sehr am Fleisch interessiert? Hast du dich öfters aus „Vernunftsgründen“ im Restaurant für einen faden Salat entschieden, einfach weil du keine Lust auf deftige Hausmannskost hattest? Bist du diejenige die sich im Sommer über gut gewürzte Pilze und Melanzani vom Grill mehr freut, als über fette Spareribs? Hast du das Gefühl es gibt immer noch viel zu wenig Gemüse-Angebot beim Auswärts-Essen-Gehen, obschon du hin und wieder einem kleinen, feinen Steak nicht abgeneigt wärst , aber das Verhältnis von Fleisch zu Gemüse entspricht dir im Restaurant eher nicht. Dann habe ich heute eine gute Nachricht für dich:

Laut Meinung großer Köche der heimischen Spitzen-Gastronomie, startet Gemüse voll durch! Raus aus der Beilagen-Rolle, hin zu eigenständigen Gemüsegerichten: das Grünzeug kommt gerade ganz groß raus! Die Beziehung zwischen Bauern und Köchen werden immer öfters thematisiert! KonsumentInnen kaufen ihr Gemüse ab Hof, organisieren foodcoops und die Wissenschaft stürzt sich auf  die Pflanzenwelt, um herauszufinden wie diese wirklich tickt. Was steckt alles in sekundären Pflanzenstoffen? Haben diese geheimnisvollen, pflanzlichen Bestandteile das Potential unsere stressgeplagten Körper wieder ins Lot zu bringen?

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Ein kleiner Trend Richtung Qualität ist ebenfalls erkennbar. Misfits der Gemüseszene bekommen mit dem aufwärts strebenden Biotrend immer mehr Gewicht. Statt der perfekten Gurke deren Krümmung, Farbe und Geschmack der Norm entspricht, stehen immer mehr Menschen auf für echte Lebensmittel und besorgen sich diese auf den Wochenmärkten direkt beim Produzenten.

Bestätigt wurden meine Beobachtungen vergangene Woche bei der Buchpräsentation von „Leaf  to Root“ welches für Revolution in der Gemüseküche steht. Ein Standardwerk das essbare Pflanzen in ein völlig neues Licht rückt. Eine Liebeserklärung an das Gemüse im Ganzen – mit Blatt, Stängel und Wurzel. Es geht dabei um das liebevolle entdecken der Vielfalt, um die ganzheitliche Verwertung und um das Experimentieren im Neuland: Schalen, Blätter und Strünke werden jeweils zu einem eignen Gericht entwickelt. Unser Bewusstsein wird in dem wunderbaren Buch auch hinaus aufs Feld gelenkt und der wichtigen Arbeit der Bauern mit dem natürlichen Kreislauf wird Respekt gezollt!

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Ich freue mich total mit diesem wunderbaren, einzigartigen Buch ein Stück Gemüsekultur in Händen zu halten und ich danke Esther Kern, Pascal Haag und Sylvan Müller für ihren wertvollen Beitrag noch mehr vom Gemüse unter die Menschen zu bringen. Die Gestaltung ist – passend zum Konzept – wundervoll ausgearbeitet! Neben dem unfassbarem Wissen, tollen Interviews mit Produzenten und Spitzenköchen, 70 vegetarischen Rezepten mit spezielle Gemüseteilen, gibt es auch eine Warenkunde zu 50 dieser nicht alltäglichen verspeisten Teile und spannende Einblicke in historische Kochbücher! Es ist eines jener Bücher, mit dem begeisterte Kochbuch-Leserinnen wie ich, den Hintern stundenlang nicht mehr von der Coach bekommen – ein echtes Musthave!

Da mir der Verlag irrtümlich 2 Bücher hat zukommen lassen und mir die freundliche Dame gestern mitgeteilt hat, dass ich es gerne behalten darf, habe ich die große Freude das Buch nun hier zu verlosen. Bitte schreib mir einen Kommentar bis Freitag, 07.04.17, warum gerade du dich für dieses Buch im Wert von 49,90€ interessierst. Was ist deine Leidenschaft beim Thema Gemüse? Wie schaut deine Kochbuch-Ecke aus? Wie kommst du so richtig ins Schwärmen? Ich freue mich über jede wunderbare Geschichte, die mir Einblick in dein Koch-Dasein gewährt! Wenn ich mich für dich entscheide, poste ich es unter deinem Kommentar!

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Nun aber zu meiner heutigen Rezeptidee, inspiriert durch die Buchpräsentation. Obschon unsere Gemüselade (für meine Verhältnisse) bescheiden bestückt war, war noch dieses wunderbare Bund frische Karotten vorrätig. Mit meinem neuen Wissen, dass nix dagegen spricht, das Karottengrün zu verspeisen und nach Inspektion meiner Tiefkühllade, beschloss ich einen asiatischen Karottensalat zu machen. Asiatisch deshalb, weil ich normalerweise losgezogen wäre und Koriander besorgt hätte, aber auch weil ich noch Papaya-Sauce nach einer Idee von Kim kocht auf Vorrat hatte…

Frische Karotten haben Lagerkarotten gegenüber den Nachteil, dass es sich um eine andere Sorte handelt und sie unten spitz zu laufen. Im Spiralschneider (ich habe den Spiralo HIER) greifen sie nicht so gut. Der Lager-Bruder mit der abgerundeten Kuppe, hat da eine bessere Performance, aber manche Spiralen wurden doch ganz ordentlich…

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Zutaten für 3 Personen als Hauptspeise:

circa 8-9 Karotten
etwas Karottengrün, fein gehackt
250 g Shrimps (Bio Tiefkühlware)
100 g rohe Erdnüsse
1 cm frischer Ingwer
Sojasauce
1 EL Kokosöl
Papayasauce aus dem Vorrat*

Karotten waschen und spiralisieren. Ich hatte es mit der feinen Hobel versucht, bin aber dann auf die dickere umgestiegen, aber das ist eigentlich Geschmacks- und Geduldsache.

Pfanne erhitzen und Erdnüsse trocken anrösten bis sie Farbe annehmen. Dies kann auch im Backofen bei 160° (circa 12 Minuten) erfolgen.

Den Ingwer fein hacken. Ich verwende immer Bio Ingwer und hacke (ganz im Sinne dieses Kochbuchs) die Schale einfach mit. 1 EL Kokosöl in einer Pfanne erhitzen, den Ingwer und die Shrimps zugeben und von allen Seiten anbraten, bis die Shrimps gar sind.

In einem Topf mit Gareinsatz, etwas Wasser zum Kochen bringen. Karottenstreifen in den Einsatz geben und circa 4 Minuten dämpfen. Die Dauer hängt einerseits von der Spiralstärke ab, und andererseits wie knackig du die Streifen noch haben möchtest.

Alle Zutaten mischen, mit Karottengrün, etwas Sojasauce und 3 EL Papayasauce* abschmecken.
Die Shrimps können auch durch Tofuwürfel ersetzt werden.

Wir haben dem ganzen noch etwas Glasnudeln untergemischt, damit wir zu dritt gut satt wurden!
PS: der Koriander-Geschmack ist niemand abgegangen. Es handelt sich um ein frisches/freches Mittagessen, das nicht schwer im Bauch liegt und dich gleich wieder durchstarten lässt!

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Zur Papayasauce (nach Kim kocht):
2 EL Sonnenblumenöl, 1 Schalotte fein gehackt, 500 g Papaya (geschält und klein geschnitten), 1 EL Ingwer (gehackt), 1 EL Rohrohrzucker, 1 scharfe Chili entkernt und gehackt, 1 TL Tomatenmark, 4-5 EL Apfelessig, 300 ml Apfelsaft, 2 EL Kartoffelstärke zum Binden.

Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Schalottenwürfel glasig anbraten. Die Papayawürfel zugeben und 2 Minuten mitdünsten. Alle restlichen Zutaten bis auf die Stärke zufügen und weitere 5 Minuten leicht köcheln lassen. Die Kartoffelstärke in wenig Wasser auflösen und unter Rühren unter die Masse mischen und abbinden. Heiß in Schraubgläser abfüllen und kühl aufbewahren.

Wir verwenden diese Sauce auch im Sommer als Grillsauce, statt Papaya mache ich sie dann mit reifen Tomatenstückchen. Je nach Tomatensäure, verwende ich deutlich weniger Essig.

Wenn du dir jetzt denkst: hm eigentlich sollte ich mich auch mal mit Gemüse beschäftigen, dann sichere dir HIER noch schnell einen Platz bei meinem nächsten Kochabend oder dem Kochbrunch – warmes Frühstück!

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Aus der Sicht der TCM:

Leaf to Root ist vollkommen im Sinne der TCM. Unsere Lehrerin hat uns während der Ausbildung immer wieder Geschichten aus ihrer Ausbildungszeit im chinesischen Krankenhaus erzählt. Ich erinnere mich wie sie meinte, dass sie geschimpft wurde, als sie den „Bart“ vom Lauch in den Abfall statt in die Suppe befördert hatte. Allerdings haben wir im Fall der Karotte nichts über die Verwendung von Grünzeug gelernt…

Die Karotte hat einen mildsüßen Geschmack, sie wirkt thermisch erfrischend und stützt die Organe Milz, Lunge und Leber. Sie stärkt unsere Verdauung, beseitigt Verdauungsblockaden, stillt Husten, unterstützt unsere Leber,entgiftet und klärt unsere Sicht. Westlich gesehen ist es das enthaltene Vitamin A das unsere Augen stärkt!

Um die Verdauungskraft bei Kindern zu stärken, Verdauungsblockaden und Blähungen zu lösen und gegen Appetitmangel vorzugehen, kocht man 250 g Karotten in leicht gesalzenem Wasser weich und trinkt den Saft auf 3 Portionen über den Tag verteilt.

Shrimps sind warm und haben einen süß-salzigen Geschmack. Sie stärken die Nieren und die Leber. Sie stärken das Nieren-Yang, wirken gegen Rückenschmerzen und bei Kraftlosigkeit. Vorsicht mit Shrimps bei Hautproblematik. Außerdem stellen sie einen der häufigsten Auslöser für Lebensmittelallergien dar.

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Foto aus dem BUch: Leaf to Root, Gemüse essen vom Blatt bis zur Wurzel, Ether Kern, Sylvan Müller, Pascal Haag At Verlag, Foto: Sylvan Müller, Styling: Natascha Sanwald www.leaf-to-root.com

Die Ernährung nach TCM dient der Gesunderhaltung und der Harmonisierung der körpereigenen Heilungskräfte. Meine Rezepte sind kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Behandlung, sie erfüllen keine medizinischen Zwecke.

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